Cyber Lions: DDB Tribal holt Gold für Deutschland

Donnerstag, 21. Juni 2012
Mitglied der Cyber-Jury: Eric Schoeffler von DDB Tribal
Mitglied der Cyber-Jury: Eric Schoeffler von DDB Tribal

Die Performance deutscher Agenturen bei den Cyber Lions verbessert sich weiter. Nach vier Löwen in den Jahren 2009 und 2010 sowie sechs im vergangenen Jahr, wandern nun sieben Statuetten auf das Konto von Deutschland: einmal Gold und sechsmal Bronze. Als erfolgreichster deutscher Protagonist darf sich DDB Tribal feiern. Die Agentur gewinnt drei Lions - einer davon glänzt in Gold. Am erfolgreichsten war der DDB-Youtube-Spot "Don't make up an drive" für Volkswagen, der junge Frauen für die Unfallgefahr durch Schminken am Steuer sensibilisieren soll (siehe obenstehendes Video). Der Auftritt punktete durch seinen gezielten Umgang mit der Videoplattform, so die Jurybegründung. Hier gehe es nicht um eine möglichst große Verbreitung, sondern um die exakte Zielgruppenansprache durch die Protagonistin: Make-up-Artistin und Youtube-"Star" Nikkie. Die Arbeit holt außerdem einen Bronze-Löwen. Darüber hinaus konnte DDB Tribal die  Kampagne "Piano for Peace" für den Klavierhersteller Steinway & Sons mit einer bronzenen Statuette veredeln.

Über die übrigen vier Bronze-Lions dürfen sich Heimat ("Ecosphere" für CNN), Lukas Lindemann Rosinski ("Key to Viano" für Mercedes-Benz Vans), BBDO ("Smart E-Ball" für Daimler) und Jung von Matt freuen. Letztere für ihre Erfolgsarbeit "The Invisible Drive" für Daimler, die gestern in der Sparte Outdoor den ersten Grand Prix für Deutschland nach sieben Jahren abstaubte. Als deutsche Agentur ist darüber hinaus Ogilvy in Frankfurt an einem Löwengewinn beteiligt: Silber für "The Smallest Ikea Store" von Memac Ogilvy & Mather in Dubai.

Die erfolgreichste Nation bei den Cyber Lions sind wie bereits im Vorjahr die USA, die das Länderranking mit 19 Löwen deutlich anführen. Japan folgt mit elf Lions, Großbritannien gewinnt neun, Schweden holt acht Medaillen. Insgesamt verteilten die Juroren um den amerikanischen Jurychef Ian Tait, Executive Creative Director des Google Creative Lab, 87 Löwen. Das sind sechs Trophäen mehr als im Vorjahr. Die Lions verteilen sich wie folgt: 45-mal Bronze, 31-mal Silber, neunmal Gold. Zudem gibt es zwei Grand Prixs.

Den ersten Best-of-Show-Award holt die New Yorker Agentur R/GA, die damit ihren Grand-Prix-Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen kann. 2011 räumte ihre Arbeit "Pay with a Tweet" ab, in diesem Jahr begeisterten die Amerikaner mit ihrem Connecting Product "Fuelband" für Nike+. Der zweite Award geht nach Schweden. Die Agentur Volontaire in Stockholm überzeugte die Jury mit ihrer Tourismus-Kampagne "Curators of Sweden" für das Swedish Institute/Visit Sweden. Hierbei darf jede Woche ein anderer Schwede auf ein und demselben Account twittern, um Werbung für das skandinavische Land zu machen. Die beiden Arbeiten spiegeln das breite Spektrum der eingereichten Digitalarbeiten wider, so Jurychef Tait. Die schwedische Kreation besteche durch ihre Einfachheit, Nike+ Fuelband punktete mit dem technischen Entwicklungsaufwand und seinem Mehrwert für die Nutzer. Mit dem Launch der Kategorie Mobile haben die Veranstalter der Cannes Lions bereits auf diese enorme Bandbreite an verschiedenen Digitalarbeiten reagiert.

Bei Cyber gehe es generell zwar nach wie vor um die Botschaft. In den Fokus sei nun aber auch das Erlebnis gerückt. Die Jury registrierte einen Shift von "Storytelling to Behavior" und von "360 Degree to 365 Days of Connection".

 Insgesamt zeige sich zudem, so das deutsche Jurymitglied Eric Schoeffler von DDB Tribal, dass die digitalen Arbeiten relevanter für den Alltag ihrer Nutzer werden: "Es sind längst nicht mehr nur technische Spielereien, sondern Arbeiten mit echtem Mehrwert für die Menschen". jm
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