Crossmedia-Krimi "Dina Foxx": ZDF zieht positive Bilanz

Freitag, 13. Mai 2011
Dina Foxx wurde ein Mord angehängt, den ihr Chef Holger begangen hatte
Dina Foxx wurde ein Mord angehängt, den ihr Chef Holger begangen hatte


Der Fall ist abgeschlossen, der Mörder identifiziert, und die User ziehen sich langsam wieder in das reale Leben zurück. Vor drei Wochen startete im ZDF das Projekt "Wer rettet Dina Foxx", das als ganz normaler Fernsehkrimi begann und anschließend ins Internet verlängert wurde. In der vorvergangenen Nacht endete das Projekt, das sich mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzte. Heute gab das ZDF bekannt, wie viele Menschen sich an der virtuellen Verbrecherjagd beteiligten. Am 20. April spät abends war das ambitionierte Projekt im Zweiten gestartet: Der Film brach nach 50 Minuten ab, nachdem die Hauptperson Dina Foxx (Jessica Richter) in Verdacht geraten war, ihren Freund Vasco ermordet zu haben. Auf 20 Websiten, ebenso vielen Social-Media-Profilen und in rund 300 Videominuten konnten die Zuschauer in den folgenden 21 Tagen den wahren Mörder herausfinden.

Das Herzstück der Ermittler-Community war die Website Freidaten.org, auf der die Teilnehmer Hinweise sammeln und sich austauschen konnten. Für die Seite registrierten sich mehr als 1000 User, die zur Lösung des Falles 14.000 Kommentare ins Netz stellten. Der Blog der Website und die ZDF-Seiten zu dem Projekt wurden insgesamt rund zwei Millionen Mal angeklickt, die dort eingebetteten Videos verzeichneten knapp 200.000 Zugriffe. Zur Steigerung der Popularität des Projekts trug ein fingierter Hackerangriff bei: Bei Halbzeit der Mörderjagd meldete Freidaten den Zusammenbruch des Forums und Verlust vieler bereits gesammelter Erkenntisse. Auf Anfrage von HORIZONT.NET teilte das ZDF schließlich mit: Alles nur Fake, man wollte auf das Thema Datenschutz aufmerksam machen.

Das Projekt ist nach Angaben des ZDF das größte so genannte Alternate Reality Game, das je in Deutschland gespielt wurde. "Es ist für uns ein großer Erfolg, dass es mit dem Internetkrimi gelungen ist, aus dem klassischen Lean-Back-Medium Fernsehen heraus eine Gemeinschaft von Spielern zu aktivieren, die sich gegenseitig geholfen haben und rege miteinander in Austausch gekommen sind" freut sich Claudia Tronnier, Leiterin der ZDF-Redaktion Das Kleine Fernsehspiel. Auf Senderseite sieht man sich in dem Vorhaben bestätigt, "im crossmedialen Erzählen weiterzumachen", bestätigt die Leiterin der ZDF-Zentralredaktion Neue Medien Isa Ostertag. ire
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