Countdown zur neuen Medienordnung

Dienstag, 17. März 1998

Einen Tag vor den Beratungen der Ministerpräsidenten zum neuen Rundfunkstaatsvertrag erneuertenVertreter der eerbungtreibenden Wirtschaft, Agenturen und TV-Sender ihre Forderung an die Medienpolitik nach einer Flexibilisierung der geltenden Werbebestimmungen. "Der werbungtreibenden Wirtschaft geht es darum, möglichst viele Freiräume zu eröffnen", bekräftigte Dr. Hartmut E. Reuff, Vorsitzender der Organisation Werbungtreibende im Markenverband, die Forderung der Werbewirtschaft nach mehr Spielraum für Werbespots auf beiden Seiten des dualen Rundfunksystems.
Für die "Beseitigung der willkürlich-absurden und im internationalen Vergleich einmaligen 20-Uhr-Werbegrenze bei ARD undZDF" sprach sich Lothar S. Leonard, Präsident des Gesamtverbands Werbeagenturen (GWA) aus: "Es kann doch nicht sein, daß die Wirtschaft mehr als 30 Prozent der Fernsehteilnehmer ausgerechnet zu denattraktivsten Zeiten nicht erreichen kann." ZDF-Intendant Prof. Dieter Stolte, der in Mainz Gastgeber der OWM/GWA-Veranstaltung "Medienodnung und Werbewirtschaft 1998 plus" war, unterstrich, daß "die öffentlich-rechtlichen Sender bei einem Wegfall der 20-Uhr-Werbegrenze in Sportumfeldern in einem guten Sportjahr wie 1998 nur rund 100 Millionen Mark zusätzlich" einnehmen könnten: Stolte: "Das ist ein Volumen, vor dem sich die Privaten in Anbetracht von jährlich fast sieben Milliarden Mark Werbeumsatz allein im TV wahrscheinlich nicht zu fürchten brauchen."
"Um die Werbe-Effektivität und -Akzeptanz im Privat-TV besser steuern zu können", forderte Leonard mehr und kürzere Werbeblöcke. "Warum", fragte sich der GWA-Präsident, "wird den elektronischen Medien eigentlich die Selbstbestimmung des Werbeumfangs verwehrt, die für die Printmedien selbstverständlich ist?"
Meist gelesen
stats