Countdown für die Timeline: Das müssen Unternehmen bei der Umstellung beachten

Freitag, 09. März 2012
Brausegigant Coca-Cola hat als eines der ersten Unternehmen auf die Timeline umgestellt
Brausegigant Coca-Cola hat als eines der ersten Unternehmen auf die Timeline umgestellt


Am 30. März ist es so weit - dann werden nach den Userprofilen auch alle Facebook-Seiten von Marken und Unternehmen auf die neue Timeline umgestellt. Bereits vor dem Stichtag haben zahlreiche nationale und internationale Top-Marken das neue Profil eingeführt. HORIZONT.NET hat untersucht, was sich durch die Umstellung auf den Unternehmensseiten ändert, welche Vor- und welche Nachteile die Darstellung hat - und wie die Unternehmen die Umstellung realisiert haben.

Titelbild

Spiegel-Online zeigt sein Zuhause in der Timeline
Spiegel-Online zeigt sein Zuhause in der Timeline
Die auffälligste Änderung dürfte sicherlich die Einführung der Titelbilder sein. Damit können die Unternehmen eine Art Motto präsentieren, das gut zur Marke passt. Jedoch stellt Facebook an die Bilder gewisse Bedingungen: Sie müssen mindestens 399 Pixel breit sein, weder Preise noch Kaufinformationen beinhalten, ebenso keine Kontaktinformationen oder Handlungsaufrufe.

App-Leiste

Puma-Fanpage: Wenig Platz für 9 Apps
Puma-Fanpage: Wenig Platz für 9 Apps
Für einige Teilnehmer sicherlich knifflig könnte die Umstellung von einer Reiterliste auf eine App-Leiste sein. Was zuvor in der linken Spalte auf einen Blick sichtbar war, wandert nun unter das Titelbild. Hier kann das Unternehmen maximal 12 Apps und Special Features je nach Priorität anordnen - bis auf eine Ausnahme: Fotos kommen immer zuerst. Damit sind sie zwar prominenter platziert und nehmen nun einen größeren Platz ein. Allerdings: Es werden zunächst nur vier Apps angezeigt. Der Rest läuft Gefahr, übersehen zu werden. Er wird erst nach einem Klick auf eine Blätterfunktion sichtbar. Problematisch für Unternehmen, die viel Content haben. Zum Beispiel für Coca-Cola oder Puma, die insgesamt 12 beziehungsweise 9 Apps anbieten.

Startseite

Sebastian Keil, Digitalexperte bei Scholz & Friends
Sebastian Keil, Digitalexperte bei Scholz & Friends
Ein weiterer Aspekt: Bislang ließen sich Seiten so einrichten, dass man mit einem Inhalt einstieg, der zunächst geliked werden musste – der so genannte „Welcome Tab“. Dieses Tool fällt nun weg, die Fans gelangen stattdessen direkt auf die Startseite der Fanpage. Der Like-Button als so genannter Gatekeeper und wichtige Maßnahme, um die Fan-Zahlen zu erhöhen, fällt damit weg. „Nun müssen Entwickler neue Wege zur Verbreitung der App im Web ausloten“, sagt Sebastian Keil, Etatdirektor Digital bei Scholz & Friends.

User-Experience

Peter Post: "Spuren entstehen bei Bewegung"
Peter Post: "Spuren entstehen bei Bewegung"
Aus dieser Veränderung ergeben sich Auswirkungen auf die Interaktion: Dass der User direkt auf der Startseite der Fanpage landet, ist ein Vorteil für die User-Experience und Usability, findet Keil: „Kommt ein Nutzer auf die Seite des Unternehmens, sieht er sofort, was dort passiert: Shares, Likes, Kommentare.“ Der Nutzer merkt allerdings somit auch, ob sich die Marke mit ihren Fans wirklich austauscht. „Eine schwache Social-Media-Strategie fällt sofort auf“, so Keil. Auch Peter Post, Geschäftsführer von Scholz & Volkmer, warnt: „Spuren entstehen bei Bewegung, die Chronik wird undynamische Unternehmen eher entlarven als gut steuerbare, statische Markentempel.“

Zeitleiste und Milestones

Unilevers Zeitleiste gehts bis ins Jahr 1871 zurück
Unilevers Zeitleiste gehts bis ins Jahr 1871 zurück
Für Unternehmen, die auf eine lange Historie zurückblicken, kann die Timeline einen enormen Vorteil bieten. Die Pflege von Zeitleiste und Milestones ist zwar zeitaufwändig, jedoch können diese Tools die Fanpages emotional aufladen und „die Geschichte und Markenwelt eines Unternehmens interaktiv kommunizieren“, so Keil. Marken, die bereits jetzt auf die Chronik umgestellt haben, hinken hier zum Teil noch hinterher. Wie beispielsweise Puma, deren Historie erst bis 2010 gefüllt ist. Audi und Unilever dagegen waren hier schon fleissiger und verdeutlichen mit der Timeline ihr Selbstverständnis als Traditionsunternehmen. Red Bull, nicht gerade der Inbegriff eines Traditionsunternehmens, nutzt einfach die Einführung der Timeline, um einen Milestone zu kreieren: Das Unternehmen feiert die Profil-Umstellung mit einem interaktiven Spiel, das auf der Pinnwand angeteasert wird.

Administratorenbereich

Eine Änderung, die von denen der normalen Nutzerprofile abweicht, betrifft den Administratorenbereich einer Seite. Hier sehen alle Zugriffsberechtigten auf einen Blick Statistiken, Benachrichtigungen und Likes. Ebenso nicht ganz unwichtig für die Interaktion mit den Fans: Im Admin-Bereich erscheinen künftig Nachrichten, die die Fans einer Seite neuerdings an ein Unternehmen schicken können.

Werbefläche

Viel ist darüber diskutiert worden, dass Facebook mit Einführung der Timeline von seinen Usern in großem Maße Daten abgreifen kann. Diese können auf Facebook werbende Unternehmen dann verwenden, um den Nutzern zielgenaue Werbung auszuliefern. Die neuen Unternehmensseiten eignen sich dafür jedoch nur bedingt, sagt Keil: „Alles in allem bietet die Timeline weniger klassische Werbefläche.“ jm/ire

Auf den folgenden Seiten sehen Sie weitere Facebook-Profile von Marken, Unternehmen und Medien, die bereits auf die Timeline umgestellt haben

DM-Drogerie

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Audi

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Red Bull

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Kolle Rebbe

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Lukas Lindemann Rosinski

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NZZ

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Otto

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Serviceplan

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Old Spice

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