Corporate Publisher brauchen mehr IT-Know-how

Mittwoch, 16. Mai 2012
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Ob bei Agenturen, Verlagen oder inhouse - umfangreiche IT-Expertise wird für Corporate Publisher zu einer immer wichtigeren Geschäftsgrundlage. Das belegt jetzt auch eine Studie des Hochschulmanagements der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, die von Professor Klaus Kreulich, Experte für Medientechnik und Publishing, geleitet wurde. „Der Druck bei den Corporate Publishern ist da", so Kreulich, „die Chance, sich durch IT-Kompetenz abzuheben, wird gesehen." 86 Prozent der befragten CP-Spezialisten haben danach der Aussage zugestimmt, dass „IT-Themen im Corporate-Publishing eine immer stärkere strategische Bedeutung" erhalten. Wobei Steigerung der strategischen Bedeutung vor allem heißt: Steigerung der Beratungskompetenz. Denn IT-Kompetenz, so Kreulich, stärkt die Innovationsfähigkeit und fördert die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und neuer Kommunikationsziele.

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Aber: Viele Corporate Publisher sind vom eigenen Idealbild de facto noch ein gutes Stück entfernt. Das zeigt ein Blick auf ihre Einschätzung von Status quo und Zukunft des internen IT-Know-hows. So kommt die Aussage „Einzelne CP-Mitglieder sind technisch qualifziert" derzeit nur auf einen Zustimmungsmittelwert von 2,9 (auf einer Skala von 0 bis 5), in fünf Jahren hingegen wünschen sich dieselben Befragten einen Wert von 3,9. Es gibt also noch viel zu tun. Vor allem beim Thema Bewegtbild. Denn das bekommt auch für Corporate Publishing immer mehr Gewicht. Ob kurze Videosequenzen oder opulente Imagefilme - die Studie prophezeit eine deutliche Zunahme der Formatnutzung, inklusive entsprechenden Know-how-Bedarfs.

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Deutlich macht die Studie aber auch: IT-Kompetenz heißt noch lange nicht Schrauber-Kompetenz. Mit allzu technischen Details wollen sich die CP-Profis nämlich nicht beschäftigen. Es geht vielmehr um das große Ganze. Es geht, so Kreulich, neben der Beratungsoptimierung vor allem darum, Content noch effizienter zu nutzen, den Aufwand für etwaige Programmierungen richtig einzuschätzen, Leistungskriterien und Checklisten zu erstellen und die Kompatibilität einzelner Schnittstellen zu bewerten.

Der typische Nerd hingegen soll weiterhin nicht in die CP-Schreibstuben drängen. Dafür sind Corporate Publisher zu sehr dem journalistischen Denken verhaftet. „Im Prinzip brauchen wir Allround-Talente. Also jemanden, der sowohl Content-Verständnis mitbringt, als auch mit neuen Technologien umgehen kann", sagt Karl-Heinz Piotrowski, Director Strategic Marketing Services bei IDG Business Media und einer der für die Studie befragten Experten. Studienleiter Kreulich sieht die Lösung in einem neuen Berufsbild: „Im Moment geht es noch in erster Linie um die Weiterbildung von CP-Spezialisten. Mittelfristig sehe ich eine neue akademische Qualifizierung zum Manager Content-Technologie."

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Insgesamt wurden im Rahmen der Studie 147 Nutzer (44 Prozent) und Dienstleister (56 Prozent) aus der Corporate-Publishing-Branche online befragt sowie zusätzlich zehn Experteninterviews mit Führungskräften aus Verlagen und der Unternehmenskommunikation von Großunternehmen durchgeführt. as


Weitere Informationen zur Studie gibt es hier.
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