"Corporate Editors": G+J verkauft alle Verlagsleistungen auch an Unternehmen

Donnerstag, 22. Oktober 2009
Die neue Sparte "Corporate Editors"
Die neue Sparte "Corporate Editors"

Kundenmagazine waren gestern, jetzt kommen die "G+J Corporate Editors": Unter diesem Namen firmiert künftig Gruner + Jahrs Sparte Corporate Publishing (CP). Dahinter verbirgt sich mehr als nur eine Umtaufung - nämlich ein neues Selbstverständnis: Man stelle "alle Kompetenzen, die einen Qualitätsverlag auszeichnen, in den Dienst von Unternehmen", sagt Julia Jäkel, seit einem Jahr Geschäftsführerin der damals neu formierten Verlagsgruppe Exclusive & Living, zu der auch die CP-Sparte gehört. Ein Statement, das zunächst die Alarmglocke schrillen lässt. Deshalb stellt Jäkel klar: Keinesfalls würden die Redaktionen der unabhängigen G+J-Publikumstitel für Auftragsproduktionen eingespannt, dafür blieben weiterhin die "profilierten Journalisten" ihrer CP-Sparte zuständig, so Jäkel. Neben dieser "klaren Trennung im Journalistischen" wolle G+J Corporate Editors aber sehr wohl von den Ressourcen der übrigen Verlagsbereiche profitieren: Künftig bietet G+J hier neben der Produktion von Print-, Digital- und Filmmedien samt Vermarktung und Vertrieb auch CRM, Events, Merchandising, Markenberatung, Targeting, Wirkungskontrolle und Zielgruppenforschung, inklusive Werbeflächen und Beilagen in den G+J-Publikumstiteln.

Geschäftsführerin Julia Jäkel
Geschäftsführerin Julia Jäkel
Hintergrund: Angesichts der Werbekrise und der auch langfristig mauen Perspektiven im klassischen Print-Business eruiert G+J nicht nur ganz neue Geschäfte (Fachinformation), sondern baut auch vorhandene Nebenerwerbe aus - und hier vor allem das bisher zwar erfolgreich ("Lufthansa Magazin"), aber doch eher im Stillen betriebene CP-Geschäft, denn der Markt prosperiert. Gruner + Jahrs CP-Umsatz, der geschätzt bislang im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen dürfte, soll "massiv" gesteigert werden. Offenbar hofft man mittelfristig auf eine Verdopplung. rp

Was Jäkel damit meint, beim CP-Geschäft eine "journalistische Perspektive" einnehmen zu wollen, lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 43/2009, die am Donnerstag, 22. Oktober erscheint.
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