Constantin Medien baut Sport-Management radikal um

Mittwoch, 01. Juli 2009
Verlässt das Unternehmen nach acht Jahren: Rainer Hüther
Verlässt das Unternehmen nach acht Jahren: Rainer Hüther

Constantin Medien krempelt wegen herben Umsatzeinbrüchen das wichtige Segment Sport mit dem Sender DSF und dem Produktionsdienstleister Plazamedia um. Rainer Hüther, stellvertretender Vorsitzender des Medienkonzerns und zuständig für den Bereich Sport, verlässt das Unternehmen. Auch DSF-Geschäftsführer Oliver Reichert muss seinen Hut nehmen - beide "im gegenseitigen Einvernehmen", wie es offiziell heißt. Aufgrund von Einbrüchen im Werbemarkt, Restrukturierungskosten und außerordentlichen Aufwendungen liegen die Erlöse derzeit im unteren zweistelligen Millionenbereich unter Plan. Constantin kann das Minus nur dank außerordentlicher Zahlungen in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro aus den Organhaftungsklagen gegen die früheren Vorstände und Aufsichtsräte ausgleichen.

Constantin nutzt die Situation, um die Mangementstrukturen insgesamt stark zu straffen: Vorstandschef Bernhard Burgener übernimmt das gesamte operative Geschäft der Gruppe. Der Vorstand besteht künftig nur noch aus Burgener und Chief Financial Officer Antonio Arrigoni.

Muss ebenfalls seinen Hut nehmen: DSF-Chef Oliver Reichert
Muss ebenfalls seinen Hut nehmen: DSF-Chef Oliver Reichert
Die Verantwortung für das DSF übernehmen in Personalunion die Plazamedia-Geschäftsführer Zeljko Karajica und Florian Nowosad. Beide werden zudem Geschäftsführer der Constantin Sport Medien GmbH, die den neuen Bundesliga-Sender Liga Total veranstaltet. Liga Total wird über T-Home Entertain, das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom verbreitet. Der scheidende Sportvorstand Hüther bleibt für 18 Monate als Berater für die Umsetzung des neuen Senders an Bord. Neuer Finanzgeschäftsführer der drei Sportgesellschaften Plazamedia, DSF und Constantin Sport Medien wird Max Sturm. Er berichtet direkt an Finanzvorstand Arrigoni.

"Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise und der weltweiten Konjunkturabschwächung haben unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verändert. Mit der Neustrukturierung des Sportsegments reagieren wir auf diese Veränderungen", begründet Constantin-Chef Burgener den radikalen Umbau: "Wir legen damit insbesondere die Grundlage für mehr Effizienz und beabsichtigen, das Segment trotz der schwachen Wirtschaftsaussichten wieder auf Wachstumskurs zu führen." Das Geschäftsmodell des DSF werde "dem veränderten Marktumfeld angepasst". Wie genau diese Anpassungen aussehen, teilt Constantin allerdings nicht mit. dh
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