Christiane zu Salm verlässt Burda

Montag, 10. November 2008
Meldet sich bald nicht mehr mit Hubert Burda: Christiane zu Salm
Meldet sich bald nicht mehr mit Hubert Burda: Christiane zu Salm

Crossmedia-Vorstand Christiane zu Salm kehrt Hubert Burda Media bereits wieder den Rücken. Die ehemalige Neun-Live-Chefin war erst im April zu Burda gekommen. Sie sollte sich um eine bessere Verzahnung von Print und Online kümmern und hatte für das Unternehmen eine Angebots- und Vermarktungsplattform entwickelt. Offizieller Trennungsgrund: Zu Salm will sich künftig "verstärkt um ihre eigenen unternehmerischen Aktivitäten kümmern und wird ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin verlagern", teilt das Unternehmen mit. Ein Jahr lang soll sie aber noch als Beraterin für Burda arbeiten.

Real Media Krach statt Cross Media Grid

Gerade mal vier Jahre liegen Christiane zu Salm und Philipp Welte auseinander, und das genügt vielen Kommentatoren, um nach dem überraschenden Abgang der 42jährigen Medienmanagerin vom „gescheiterten Generationswechsel" im Hause Burda zu sprechen. Diese Einschätzung ist, gelinde gesagt, Blödsinn. Vor sieben Monaten hatte Verleger, Visionär und Patriarch Hubert Burda die Vorzeigefrau der deutschen Medienszene in die Münchner Arabellastraße gelockt. Die Unternehmensgründerin (Neun Live, Sonnenschein TV) sollte das, was andere Verlage auch auf ihrer Agenda haben, in Angriff nehmen: Print und Online verzahnen, neue Geschäftsfelder beackern. Dies ist misslungen. Vor allen Dingen, weil die Entrepreneurin zu Salm nie im komplizierten Geflecht der Burda-Hierarchien heimisch wurde, und umgekehrt, weil manchem Verlagsmanager das Salm's „Cross Media Grid" so fremdartig
vorkam wie der Geistesblitz einer fremden Intelligenz. Volker Schütz

Gerüchten zufolge soll es zu einem Zerwürfnis mit Hubert Burda gekommen sein. Offenbar hat sie darunter gelitten, nicht den nötigen Gestaltungsfreiraum für ihre Projekte erhalten zu haben. In engem Zusammenhang mit dem Weggang könnten auch die Rückkehr von Philipp Welte zu Burda und damit verbundene Neuregelungen stehen. 

Künftig ist Welte für den Ausbau der crossmedialen Aktivitäten des Unternehmens zuständig. Die Verantwortung für die Burda Direct Group in Offenburg, die nach dem Weggang von Vorstand Jürgen Todenhöfer bei zu Salm angesiedelt war, teilen sich Welte und Vorstandsmitglied Paul-Bernhard Kallen.

Welte, der ehemalige Geschäftsführer der Burda People Group, wird ab Dezember als Vorstand für die Bereiche Verlage, Vermarktung und Vertrieb wieder in München anfangen. se
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