Chip Online: "Marge wie in den guten alten Zeiten von Print"

Donnerstag, 20. Januar 2011
Das Technik-Portal gehört zu den reichweitenstärksten Online-Angeboten in Deutschland
Das Technik-Portal gehört zu den reichweitenstärksten Online-Angeboten in Deutschland


Das Technikportal Chip Online zieht für 2010 eine positive Bilanz und will auch im neuen Jahr kräftig wachsen. Im Gegensatz zu vielen anderen redaktionellen Online-Angeboten arbeitet das Tochterunternehmen von Hubert Burda Media bereits seit Jahren profitabel - und das rein werbefinanziert. Paid Content ist für Geschäftsführer Mathias Plica daher kein Thema.
Im Gegenteil: Das Portal will seine "Premium-Content-Strategie" in diesem Jahr weiter forcieren. "Wir halten an unserem strategischen Konzept fest und setzen auf Reichweitenausbau mit originären, frei zugänglichen Inhalten und Refinanzierung durch Premium-Display-Werbung", betont Plica. So soll in den kommenden Monaten die Berichterstattung in den stark frequentierten Bereichen Gaming, TV und Handys ausbauen.

Mit 11,09 Millionen Unique Usern (Agof Internet Facts 2010-III) gehört Chip Online gemeinsam mit Bild.de und Spiegel Online zu den drei reichweitenstärksten redaktionellen Online-Angeboten in Deutschland.

In der Vermarktung konnte Chip Online in den vergangenen Jahren dank seiner technikaffinen Themen vom Boom der Online-Display-Werbung profitieren. Allein 2010 haben die Top-20-Kunden des Portals ihre Werbeinvestitionen in diesem Bereich um durchschnittlich 27 Prozent gesteigert. "Wir sind in den vergangenen Jahren immer gut mit dem Markt gewachsen. Da wir im Moment sehr gut aufgestellt sind, ist das Ziel für 2011, sogar über dem Markt zu wachsen", kündigt Plica im Interview mit HORIZONT.NET an. Ein Wachstumstreiber sind dabei Social-Media-Kampagnen: In diesem Bereich erwartet Chip Online sogar eine Verdopplung der Umsätze.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Chip-Online-Geschäftsführer Mathias Plica an Free Content im Internet glaubt

"Wir haben eine Marge wie in den guten alten Zeiten von Print"

Mathias Plica
Mathias Plica
Während viele Verlage über das Thema Paid Content im Internet nachdenken, setzt Chip Online voll auf eine Free-Content-Strategie. Arbeitet das Portal profitabel?
Mathias Plica: Die Chip Xonio Online GmbH, die Chip Online betreibt, ist bereits seit 2005 profitabel. Wir sprechen hier auch nicht über eine knappe schwarze Null. Unsere Marge bewegt sich auf einem Niveau, wie man sie aus den guten alten Zeiten von Print kennt. Wir können daher auch unsere Wachstumspläne aus eigener Kraft finanzieren.

Warum funktioniert bei Chip Online, womit sich viele andere redaktionelle Angebote im Internet so schwer tun?
Wir verfolgen unsere Strategie schon seit Jahren sehr konsequent und kontinuierlich. Wir haben uns von Anfang an auf originären Content und auf Reichweite konzentriert. Am Anfang haben wir auch mit Bezahldiensten experimentiert und festgestellt, dass das sehr schwer ist. Daher haben wir den Aufbau von Reichweite von Anfang an als zentralen Wert angesehen. Viele andere Angebote im Netz haben dagegen mehrfach Richtungswechsel vorgenommen. Strategiewechsel bedeuten im Internet aber immer auch Rückschritt. Daher ist die Kontinuität, mit der wir seit mittlerweile neun Jahren arbeiten, auch ein Grund für unseren Erfolg.

Wir hoch muss die Reichweite eines redaktionellen Online-Angebots sein, damit eine Refinanzierung über Werbung funktioniert?
Wir stehen im Agof-Ranking nach Unique Usern derzeit auf Platz 11 und wollen hier wieder zurück in die Top Ten. Bei den redaktionellen Angeboten gehört Chip Online mit Spiegel Online und Bild.de zu den drei größten deutschen Websites. Die Kollegen bei Spiegel Online sind ebenfalls profitabel, Bild.de sicherlich auch. Es geht hier also durchaus um Masse. Wie hoch die Reichweite sein muss, um schwarze Zahlen zu schreiben, hängt sicher vom Geschäftsmodell ab. Noch vor ein paar Jahren hätte ich gesagt, man braucht etwa 1 Million Unique User, um eine Seite profitabel zu betreiben. Heute denke ich, dass man deutlich mehr braucht.

Ist Reichweite wirklich alles?
Nein. Auch wir sehen, wie schwer sich viele Angebote trotz hoher Reichweite tun. Wir haben sicherlich den Vorteil, dass wir uns mit technikaffinen Themen beschäftigen. Das hilft im Internet natürlich enorm. Ein Standardrezept gibt es sicherlich nicht.

Wie sieht die Abgrenzung zum Printmagazin "Chip" aus?
Die Abgrenzung funktioniert sehr gut. Chip Online setzt auf Informationen für eine breite Nutzerschaft. Das Magazin „Chip" verfolgt dagegen inhaltlich eine ganz klare Premium-Strategie, die sich auch im Pricing widerspiegelt. Es gibt inhaltlich kaum Berührungspunkte. Die Überschneidungen sind sehr gering.

Wie stark profitieren Sie vom Wachstum des Online-Werbemarktes?
Wir sind in den vergangenen Jahren immer gut mit dem Markt gewachsen. Da wir im Moment sehr gut aufgestellt sind, ist das Ziel für 2011, sogar über dem Markt zu wachsen. 

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