Chatter - Zwitter mit Mainstream-Anspruch

Mittwoch, 07. Juli 2010
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Seit heute ist der Markt der Frauenzeitschriften um einen Titel reicher: Burdas jüngster Spross "Chatter" liegt - zunächst testweise - an den Kiosken. HORIZONT.NET hat sich das Magazin, das immer mittwochs erscheint, einmal angeschaut. Auffällig ist, dass die Zeitschrift, die den Untertitel "Stars, über die man spricht" trägt, teils auf Zeitungs- (Mantelteil), teils auf Hochglanzpapier (Innenteil) gedruckt ist. Durch das Druckverfahren rechnet sich vermutlich auch der Kampfpreis von 0,50 Cent, zu dem nicht nur die Startausgabe, sondern auch alle weiteren Hefte verkauft werden sollen. Damit liegt der Copypreis von "Chatter" deutlich unterhalb dem der jungen Peoplemagazine wie "Intouch", "OK", "Life & Style", die ausschließlich auf Hochglanzpapier gedruckt sind und meist um die 1,80 Euro kosten.

Die Coverstory widmet sich Allzeitstar Angelina Jolie ("Angelinas Leben ist eine Lüge"). Auch im Innenteil spielen internationale Stars in großflächigen Bildern und mit plakativen Headlines die Hauptrolle. Einzelne Artikel widmen sich zudem deutschen Sternchen wie Sängerin Lena und den Königshäusern. Hauptunterschied zur Konkurrenz ist die Rubrik "TV Serien", wo erfolgreiche Produktionen (GZSZ, Popstars) vorgestellt werden.

Ansonsten ist der Themenmix von "Chatter" dem eines Young-People-Magazins sehr ähnlich: peinliche Schnappschüsse, Vorher-Nachher-Stylings, Fashion-Tipps und Promi-Meldungen. Durch die Ähnlichkeit der Themen und den hohen Auflagen- (1,3 Millionen Exemplare) und Werbedruck (Kampagnenbudget 3,6 Millionen Euro) dürfte "Chatter" im People-Segment für Wirbel sorgen. Dabei betont Reinhold G. Hubert, Geschäftsführer der Medien Park Verlage Offenburg, wo "Chatter" produziert wird, dass er nicht nur die jungen People-Magazine im Visier hat, sondern den Gesamtmarkt der wöchentlichen unterhaltenden Frauenzeitschriften.

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Mehr zu "Chatter" und ein Interview mit Burda-Manager Reinhold G. Hubert lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 27/2010, die am 8. Juli erscheint.


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Fazit: "Chatter" verfolgt ein Mainstream-Konzept und ist in seiner Zwitter-Optik in den deutschen Pressekiosken eine Seltenheit zu einem extrem günstigen Preis - das spricht für einen schnellen Abverkauf. Der Titel wird vor der Herausforderung stehen, alle Altersgruppen - das Magazin richtet sich an 20- bis 50-Jährige - mit adäquaten Themen adressieren zu müssen. Von vielen Themem der Startauflage, etwa "Popstars", "GZSZ" oder Teenie-Schwarm Robert Pattinson, dürften sich eher die jüngeren Leserinnen angesprochen fühlen. se
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