Carol Bartz: Yahoo ist immer noch angeschlagen

Dienstag, 04. Mai 2010
Yahoo-Chefin Carol Bartz gibt sich selbst die Schulnote B-
Yahoo-Chefin Carol Bartz gibt sich selbst die Schulnote B-

Yahoo-Chefin Carol Bartz geht davon aus, dass sie noch drei bis vier Jahre dauert, bis es mit dem angeschlagenen Internet-Pionier wieder merklich bergauf geht. "Wenn man aus so einer Wirtschaftskrise kommt, sind drei bis vier Jahre schon das Minimum", sagt die Managerin im Interview mit dem "Handelsblatt". Insgesamt sei Yahoo aber kein klassischer Turnaround-Kandidat, es gehe eher um einen "mentalen Turnaround". Das Unternehmen sei durch den gescheiterten Übernahmeversuch durch Microsoft "immer noch angeschlagen". In vielen Bereichen sei Yahoo aber immer noch Marktführer, zum Beispiel bei News-Seiten, Sport-Inhalten und Unterhaltung.

Die stärker werdende Konkurrenz durch Facebook sieht Bartz daher gelassen: "Ende des Jahres werden die Nutzer mehr Zeit pro Tag auf Facebook verbringen als auf Yahoo oder Google. Aber das ist nicht das Problem. Es wird genug Geschäft geben für Yahoo". Für Yahoo sei wichtig, Social Media zu monetarisieren, nicht es zu besitzen.

Auch vom Hype um Apples iPad lässt sich die 61-Jährige IT-Expertin nicht kirre machen: "Nur auf dem iPad zu sein ist nicht genug. Das wissen auch die Verlage. Wir haben über 600 Millionen Nutzer jeden Monat, das sehen auch die Werbetreibenden." Die meisten Apps würden bald im "digitalen Nowhere" verschwinden. Allerdings bestehe durchaus die Gefahr, dass es zu einem Kampf des offenen Webs und geschlossenen Systemen wie Apples iTunes kommt. Für ihr erstes Jahr als CEO von Yahoo gibt sich Bartz selbst die Schulnote B-. Vieles habe länger gedauert als urspünglich geplant. dh
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