Carglass-Manager Torsten Müller: "Radio ist nicht innovativ"

Freitag, 16. März 2012
Carglass-Marketingchef Torsten Müller geht mit dem Hörfunk hart ins Gericht
Carglass-Marketingchef Torsten Müller geht mit dem Hörfunk hart ins Gericht


Torsten Müller, Director Marketing & Communications bei Carglass, geht mit dem Medium Radio hart ins Gericht - und das, obwohl sein Unternehmen zu den treuesten Werbekunden der Gattung gehört. Der Manager bemängelt unter anderem die fehlende Innovationskraft des Mediums und mangelhafte Leistungsnachweise. Rund 24 Millionen Euro brutto investierte Carglass 2011 in Radiowerbung. Doch dafür will Müller etwas mehr zurück, als er im Moment bekommt: "Wir stehen fest hinter dem Medium. Aber ich möchte mit meiner Kritik darauf hinweisen, dass sich im Radio etwas bewegen muss", sagt er. Weder die Programme, noch die Vermarktung und schon gar nicht die Reichweiten- und Werbewirkungsforschung sind aus seiner Sicht zufriedenstellend und zeitgemäß.

Insbesondere stimmige Leistungsnachweise fehlen dem Manager: "Transparenz und Genauigkeit der Messsysteme zur Werbewirksamkeit sind rudimentär", bemängelt er. Auch die nur zweimal im Jahr erscheinende Media-Analyse geht ihm gegen den Strich. Müller fordert wochen- oder bestenfalls tagesaktuelle Werte. Die gesendeten Inhalte überzeugen ihn ebenfalls nicht: "Wir vermissen jegliche Innovationskraft im Radio." Die privaten Sender, die zum großen Teil Zeitungshäusern gehören, hätten weder Interesse daran, gutes Programm zu senden, um Print nicht zu kannibalisieren, noch würden sie ausreichend in Mitarbeiter investieren.

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Die ausführlichen Reaktionen der Radiovermarkter und weitere Trends lesen Sie im Report Hörfunkmarketing I in HORIZONT-Ausgabe 11/2012 vom 15. März 2012.

Die Branche reagiert leicht verschnupft auf die Vorwürfe und wehrt ab: Werbewirkungsstudien entstünden in enger Kooperation mit den Kunden, die Vermarktungskombis entsprächen der Nachfrage, Angst vor Kannibalisierung gebe es nicht. Steffen Müller, Chef von Radio 21 und Rockland Radio, fordert zur Offenheit auf: "Die Branche sollte in jedem Fall hinhören, wenn ein so für Radio engagierter Werbekunde derart harsch unerfüllte Innovationshoffnungen thematisiert." son
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