Call-in-Formate sollen transparenter werden

Dienstag, 26. Juni 2007

TV-Gewinnspiele sollen transparenter und die Teilnahme Jugendlicher daran erschwert werden. Das hat die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) heute beschlossen. So soll der künstliche Zeitdruck durch die Moderation nicht mehr statthaft sein. Auch müssen die Gewinnspiele besser nachvollziehbar und lösbarer sein. Bei Wortsuchspielen sollen etwa nur Begriffe verwendet werden dürfen, die in gängigen Lexika auffindbar sind. Die Veranstalter sind verpflichtet, den Landesmedienanstalten Listen mit den verwendeten Quellen zukommen zu lassen und diese mindestens drei Monate zu archivieren. Die Moderatoren sollen die Teilnehmer an Call-in-Formaten zudem regelmäßig über die Gewinnchance informieren. Dies kann auch durch Einblendungen erfolgen. In beiden Fällen müssen die Veranstalter klar und nachvollziehbar zwischen Gewinnchance und Jackpot unterscheiden. Es hat darüber hinaus ein ausdrücklicher Hinweis zu erfolgen, dass nicht jeder Anruf, der Telefonkosten produziert, in die Sendung durchgestellt wird. Ebenso müssen die Sender darauf hinweisen, dass die Zuschauer das eigene Telefonierverhalten kontrollieren sollen.

Um Jugendliche abzuschrecken, sollen die Moderatoren sowohl den Ausschluss Minderjähriger kommunizieren als auch darauf hinweisen, dass etwaige Gewinne nicht an Minderjährige ausgeschüttet werden.

"Bußgelder können wir aufgrund der neuen Regeln aber nicht verhängen", sagt Reinhold Albert, Vorsitzender der Direktorenkonferenz: "Das wäre erst durch eine Verankerung im Rundfunkstaatsvertrag möglich. Diese wird aber angestrebt und könnte schon in der zweiten Hälfte kommenden Jahres erfolgen."

Die neuen Regeln sind unter Mitwirkung der betroffenen TV-Veranstalter zustande gekommen. Entsprechend begrüßt der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) die Richtlinien. Durch ihre Mitarbeit "zeigen die TV-Veranstalter, dass es ihnen ernst ist mit den neuen Regelungen", sagt VPRT-Präsident Jürgen Doetz. Der VPRT begrüßt auch die angestrebte Aufnahme der Regeln für Call-In-Sendungen in den Rundfunkstaatsvertrag. rid

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