CLT-Ufa weist 140 Millionen Mark Verlust aus

Dienstag, 19. Mai 1998

17 Monate nach dem Zusammenschluß legt die CLT-Ufa ihre erste Bilanz vor. Danach weist das Unternehmen im ersten Jahr des Bestehens einen Verlust in Höhe von 140 Millionen Mark bei einem Umsatz von 5,5 Milliarden Mark aus. Maßgeblich am Umsatz beteiligt waren die Sender RTL in Deutschland und M6 in Frankreich. RTL hatte mit einem Bruttoumsatz von 3,5 Milliarden Mark seine Gewinne 1997 imVergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 170 Millionen Mark gesteigert. Für 1998 rechnet die CLT-Ufa nochmals mit einer Ergebnissteigerung um 30 Prozent. Große Stücke hält dabei CLT-Ufa Vorstandsvorsitzender Rolf Schmidt-Holtz von dem neuen Mann an der RTL-Spitze, der am 1. November 98 seinen Posten antritt: „Mit Gerhard Zeiler haben wir für die neue RTL-Geschäftsführung unseren Wunschkandidaten gewonnen." Der französische TV-Sender M6 konnte seinen Umsatz 1997 von 2,4 auf 3 Millliarden Francs (rund 1 Milliarde Mark) steigern und rund 100 Millionen Mark Gewinn ausweisen. In den Niederlanden erzielte die Sendergruppe HMG einen Gewinn von 10 Millionen NLG. In Belgien steigerten RTL, TVIund Club RTL ihren Nettogewinn um 25 Millionen BEF auf 199 Millionen BEF. Im Radiobereich bleibt der französische Hörfunksender RTL das Flaggschiff mit rund einer Milliarde FRF Eigenumsatz. Mit 92,9 Wien wurde Anfang des Jahres ein neuer Radiosender in Österreich ins Leben gerufen. Insgesamt erzielten die Stammgeschäfte einen Gewinn von rund 170 Millionen Mark. Die Anlaufverluste neuer Sender und Investitionen in Premiere Digital, Channel 5 in Großbritannien und RTL KLUB in Ungarn in Höhevon 281 Millionen Mark sorgten jedoch dafür, daß die CLT-Ufa im ersten Geschäftsjahr unter dem Strich eine rote Zahl notieren muß. Insgesamt wird 1997 ein Verlust von 140 Millionen Mark ausgewiesen. Wie das Unternehmen mitteilt werden die „sehr hohen Investitionen" in das Pay-TV in Deutschland und die Weiterentwicklung von Channel 5 1998 voraussichtlich zu einem Verlust in öhe von 388 Millionen Mark führen", der allerdings durch Kapitalerträge aus den Verkäufen von TPS, RTL9 und der britischen Radiosender vermindert werden könne. Einen Großteil der Investitionen in diesem Jahr soll in den Ausbau von Premiere fließen. Unabhängig von der anstehenden Entscheidung der Brüsseler EU-Kommission werde die CLT-Ufa „weiterhin an dem Ziel festhalten, Premiere langfristig zu sichern und zum Nukleus des deutschen Pay-TV auszubauen".
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