Bye-bye Telekom: Top-Manager Philipp Humm geht zu Vodafone

Donnerstag, 28. Juni 2012
Philipp Humm verlässt die Telekom nach acht Jahren
Philipp Humm verlässt die Telekom nach acht Jahren

Dieser Wechsel dürfte Telekom-Boss René Obermann gar nicht schmecken: Philipp Humm, derzeit CEO von T-Mobile USA und lange Jahre im deutschen Top-Management des Bonner Konzerns tätig, wechselt im Oktober zum Intimfeind Vodafone. Wie die Vodafone-Group gegenüber HORIZONT.NET bestätigt, wird Humm als CEO die neu geschaffene Vertriebsregion Zentraleuropa steuern. Damit ist er auch direkter Vorgesetzter des designierten neuen Deutschlandchefs Jens Schulte-Bockum. Wie Vodafone mitteilt, werden mit Nord- und Zentraleuropa sowie Südeuropa zwei neue Vertriebsregionen geschaffen. Mit dem Wechsel zu Vodafone klettert der langjährige Telekom-Manager Humm auf der Karriereleiter gleich mehrere Stufen nach oben: Als Chef der Region Nord- und Zentraleuropa ist er für wichtige Märkte wie den Vodafone-Heimatmarkt Großbritannien und den Schlüsselmarkt Deutschland zuständig. Der deutsche Chief Operating Officer Jens Schulte-Bockum, der im Oktober den Vorsitz der Geschäftsführung von Fritz Joussen übernimmt, wird künftig an Humm berichten. Dasselbe gilt für die Chefs in den Niederlanden, der Türkei, Irland, Ungarn, der Tschechischen Republik und Rumänien. Diese Länder werden ebenfalls in der von Humm geführten Vertriebsregion gebündelt. Die Region Südeuropa mit den Ländern Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Albanien und Malta wird künftig von Paolo Bertoluzzo geführt.

Anzahl der Mobilfunkanschlüsse der führenden Anbieter in den USA im 3. Quartal der Jahre 2010 und 2011 (in Millionen)

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Mit Humm gewinnt Vodafone einen Manager, der den Konkurrenten Telekom bestens kennt. Humm war insgesamt acht Jahre für den magenta Riesen tätig. Bevor der Manager 2004 als Deutschlandchef bei T-Mobile anheuerte, war er als Deutschland- und Europa-Chef bei Amazon sowie in Führungspositionen bei Tengelmann und bei McKinsey & Company tätig. Nach dem Datenschutzskandal bei T-Mobile Deutschland im Jahr 2008 übernahm Humm die Verantwortung und legte seinen Posten nieder. Nach einer Zwischenstation als Chief Regional Officer (CRO) bei der Deutschen Telekom wechselte er schließlich Mitte 2010 als CEO zu T-Mobile USA.

Dass sich Humm jetzt dazu entschlossen hat, von seiner im Vertrag verankerten Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen, dürfte auch damit zu tun haben, dass die Zukunft von T-Mobile USA nach wie vor offen ist. Hintergrund: Die Telekom wollte ihre US-Tochter ursprünglich für 39 Milliarden US-Dollar an AT&T verkaufen, doch der Deal scheiterte. Da das Unternehmen weiterhin massiv Kunden verliert, sucht die Telekom jetzt nach neuen Lösungen und prüft in diesem Zusammenhang offenbar eine Kooperation mit anderen Anbietern, einen Verkauf oder einen Teilbörsengang. Für Humm ist die Option Vodafone damit deutlich reizvoller. mas
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