Bye-bye Google: Marissa Mayer soll Yahoo wieder auf Kurs bringen

Dienstag, 17. Juli 2012
Marissa Mayer hat bald zwei neue Babys: Ihr eigenes und Yahoo
Marissa Mayer hat bald zwei neue Babys: Ihr eigenes und Yahoo

Wenn sie es nicht richten kann, wer dann? Yahoo hat endlich einen neuen CEO gefunden - und zwar wieder einmal einen weiblichen: Marissa Mayer, die bei Google zuletzt für die Bereiche Local, Maps und Location Services verantwortlich war, übernimmt den Posten und ist damit der fünfte CEO in fünf Jahren. Ihr erster Arbeitstag: heute. Zudem wird Mayer auch im Aufsichtsrat von Yahoo sitzen.

Wachstum der Werbeeinnahmen amerikanischer Internetunternehmen im ersten Quartal 2012 (gegenüber dem Vorjahresquartal)

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Marissa Mayer war die 20. Mitarbeiterin des Suchmaschinenriesen und seit 1999 bei Google. Dass sie in der Digitalbranche angesehen ist, daran besteht kein Zweifel. Dennoch gibt es zwei Dinge, die die Personalie ein wenig brisant machen: Zum einen ist Google einer der Hauptgründe dafür, dass es mit Yahoos Umsatz in den letzten Jahren immer weiter bergab ging. Zum anderen ist Meyer hochschwanger - ihr Kind soll im Oktober zur Welt kommen. Ob das die richtige Ausgangssituation ist, um den nach konstanter Führung geradezu lechzenden Internetkonzern wieder aufzupeppeln, wird sich zeigen.

Suchmaschinen-Ranking in den USA nach Anzahl der Anfragen zwischen Oktober 2007 und April 2012 (in Milliarden)

#CHB+101035#
Denn bei Yahoo sind einige Baustellen zu beackern: Das Geschäft läuft seit Jahren schon nicht mehr so richtig. Dabei sollen nun Kooperationen mit Microsoft und Facebook helfen. Im letzten Quartal sah es zwar schon wieder ein klein wenig besser aus: Ex-CEO Scott Thompson konnte zuletzt den Umsatz leicht steigern (siehe Chart). Sein Ziel: Ein deutlicher Schrumpfkurs, Umstrukturierungen und die Entlassung tausender Mitarbeiter. Doch dann stolperte er über einen erlogenen Abschluss in seinem Lebenslauf - und musste seinen Posten räumen. Ob Mayer seinen Kurs beibehält, ist noch nicht bekannt.

Umsatz von Yahoo vom 1. Quartal 2007 bis zum 4. Quartal 2011 (in Millionen US-Dollar)

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In den vergangenen Wochen konnte man dann bei der Suche nach einem Nachfolger für Thompson beinahe den Eindruck gewinnen, dass der Job des Yahoo-CEO für das Silicon Valley das war, was die Gottschalk-Nachfolge bei "Wetten, dass...?" für die deutsche Medienbranche war: Jeder wurde schon gefragt, keiner wollte es wirklich machen, aber dass die Personalie wichtig ist, darüber sind sich alle einig. Zuletzt im Rennen um den Posten waren Hulu-CEO Jason Kilar und Interimschef Ross Levinsohn. Sie galten als die beiden wahrscheinlichsten Optionen. Aber auch der News-Corp.-Manager Jon Miller und der ehemalige Yahoo-COO Dan Rosensweig sollen kurzzeitig im Gespräch gewesen sein. sw
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