"Business Punk" am Kiosk: G+J druckt 100.000 Hefte / Copypreis 6 Euro

Donnerstag, 13. August 2009
Das Cover von "Business Punk"
Das Cover von "Business Punk"

Gruner + Jahr lässt die entscheidenden Fakten zu seinem neuen Wirtschaftsmagazin "Business Punk" heraus: Das Heft soll - vorerst als One-Shot - am 15. Oktober erscheinen. Nach bisheriger Planung wird der Copypreis bei 6 Euro liegen (Druckauflage: 100.000 Stück). Drei Monate lang soll die "Business Punk"-Testausgabe ihr Glück am Kiosk versuchen. Eine Anzeigenseite soll 9.000 Euro kosten. Dies geht aus Media-Informationen hervor, die G+J ins Internet gestellt hat. Das Heft (Umfang: 156 Seiten) gliedert sich in zwei Bereiche auf: Für das Ressort „Work" sind Themen wie „Warum alles neu erfinden, wenn Sie es auch klauen können - das Tarantino-Prinzip" in Planung, im Lifestyleressort "Play" sollen Geschichten stehen wie „Rock´n Roll: Fünf Freunde unterwegs im Bandtourbus" und "Mythos der sexy Sekretärin". Das Konzept stammt von einem „FTD"-Redaktionsteam um Nikolaus Röttger und hat beim G+J-internen Ideenwettbewerb „Grüne Wiese" den dritten Platz belegt.

"Business Punk" (Untertitel: "Work hard, play hard") positioniert sich als Business-Lifestyle-Magazin für Männer zwischen 25 und 39 Jahren, die "für ihren Job und ihr Leben brennen", nach G+J-Vorstellungen häufig Unternehmensberater, Manager, Banker oder Juristen. Männer („radikal, kompromisslos, erfolgreich"), die "ihr Geld verdienen, um es auszugeben". In der aktuellen AWA sieht G+J diese "Leistungselite der Generation Xing" als Teil jener 1,8 Millionen Männer zwischen 25 und 39 Jahren, die mindestens einen Fachhochschulabschluss haben und voll berufstätig sind.

Klingt wie ein passendes Magazin für die Gipfelstürmer der New Economy oder die Söhne des Investments- und Wirtschaftsbooms - doch beides ist längst vorbei. Ungewöhnlich also, ein solches Magazin gerade jetzt, mitten in der Krise, zu starten. Auch der Werbemarkt erscheint derzeit wenig verlockend, denn gerade das Wirtschaftssegment ist schwer von Anzeigeneinbrüchen betroffen. G+J hat zumindest für den Vertriebsmarkt eine psychologisch grundierte Antwort gefunden: Die Krise fordere die "High Performer" heraus, "sie müssen ihren Lebensstil stets verteidigen, ihren Erfolg vor anderen rechtfertigen". Daher bräuchten sie Selbstbestätigung und Vorbilder für ihre knappe Freizeit - und gar ein "Zuhause für ihr Lebensgefühl zwischen Erfolgsmentalität und Hedonismus". rp
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