Burdas "Grillen": Harte Schale, weicher Kern

Dienstag, 24. Mai 2011
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Am Mittwoch erscheint erstmals "Grillen" aus dem Hause Hubert Burda Media. Das Magazin kommt außen rustikal, innen teilweise sehr rosa daher. HORIZONT.NET hat die erste Ausgabe einem Geschmackstest unterzogen. Chefredakteurin Anke Krohmer betonte im Gespräch mit HORIZONT.NET, dass "Grillen" sich nicht ausschließlich an Männer richten soll. Auch Frauen grillen gerne, das steht nicht zur Diskussion. Ob sie sich allerdings Gedanken um Deko von Bierbänken machen, die direkt auf den ersten Seiten Thema ist? "Ein paar Blumen mit etwas Schleierkraut machen die Bierbank zum Schmuckstück", heißt es da bei den "trendy Deko-Ideen für Balkon und Garten". Ein weniger klischeehafter Umgang mit weiblichem Grillverhalten hätte sicher nicht geschadet.

In anderen Geschichten richtet sich das Heft eindeutig an die Männer. Bei neun vorgestellten Marinaden heißt es "Mann oder Maus?" und auch beim Psychotest "Welcher Grilltyp sind Sie?" werden gezielt Männer angesprochen. Daneben setzt das Magazin auf Geschichten mit Nutzwert: So werden verschiedene Grillmodelle und eine Auswahl an scharfen hochwertigen Messern vorgestellt. "Grillen" bietet dem Leser viele Rezepte, nicht nur für Fleisch, sondern beispielsweise auch für gegrillte Desserts. Mit hochwertigen Bildern von Gerichten und einer reichen Auswahl an Rezepten scheint sich das Magazin an kreative Griller richten zu wollen, die nicht nur Fleisch und Baguette wollen, sondern einen kulinarischen Anspruch haben. Trotzdem fehlen klassische Themen wie die Zubereitung des perftekten Steaks nicht. Ein besonderes Schmankerl: Der Stadionwursttest vom Grillexperten Sven Dörge. In dieser Tabelle steht die Liga Kopf: Bremen ist Meister vor Nürnberg und Kaiserslautern.

Zubereitet wird das Ganze nicht in Form ausführlicher Texte, sondern häppchenweise mit kurzen Textkästen und vielen Fotos und Grafiken. Damit unterscheidet sich das Heft deutlich von Gruner + Jahrs "Beef", das ein besonderes Augenmerk auf Reportagen legt. Bei "Grillen" dagegen ist die Auswahl an Rezepten groß: Marinaden, Fleisch, Fisch, Gemüse, Desserts und Salate lassen sich aus dem Heft nachkochen. Wer sich an appetitmachenden Bildern erfreut und beim Grillen kreativ werden möchte, darf sich durchaus angesprochen fühlen. Unter dem Strich ist die Zeitschrift jedoch primär eine Rezeptsammlung. 

"Grillen" geht mit einer Druckauflage von 70.000 Exemplaren und 8,5 Anzeigenseiten, unter anderem für Krombacher, in den Handel. Der Copypreis liegt bei 7,50 Euro. Die Laufzeit ist auf sechs bis acht Wochen angelegt. Je nach Resonanz ist eine zweite Ausgabe im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen. Anja Haufe
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