Burdas "Cover" im HORIZONT-Check: Ambitionierter Titel mit schwieriger Zielgruppe

Freitag, 15. April 2011
"Cover" erscheint zunächst nur als einmalige Testausgabe
"Cover" erscheint zunächst nur als einmalige Testausgabe
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Ab morgen liegt die erste Ausgabe von "Cover" am Kiosk. Mit dem Magazin möchte Burda in den Markt der monatlichen Frauenzeitschriften starten. Vorerst durfte die Redaktion rund um Chefredakteurin Michaela Mielke jedoch nur eine Ausgabe vorbereiten - "Cover" startet als einmaliger Testballon. HORIZONT hat sich das Blatt einmal genauer angesehen.  Fakten: Mit einem Copypreis von 3 Euro sowie einer Erstauflage von 250.000 Exemplaren startet "Cover" ambitioniert und ohne aggressiven Dumping-Einführungspreis. Eine Strategie, die bei "Freundin Donna" aufgegangen ist: Auch hier wagte sich Burda zunächst mit einer Testausgabe in ähnlichem Preissegment wie die Konkurrenz auf den Markt, mittlerweile erscheint das Magazin monatlich.

Zielgruppe: "Cover" positioniert sich als monatliche Premium-Frauenzeitschrift, wie Mielke erklärt: "Unsere Zielgruppe sind Frauen ab 30, die mitten im Leben stehen und finanziell unabhängig sind. Sie interessieren sich für Mode und Lifestyle, wollen aber auch mal eine gute Reportage lesen."

Werbemarkt: Die Werbewirtschaft reagierte positiv auf die erste Ausgabe, in der über 50 Anzeigen zu finden sind. Modelabels wie Boss und Escada haben ebenso Anzeigen gebucht wie BMW, Douglas und Beiersdorf. Dieser Erfolg muss jedoch noch vom Publikum bestätigt werden: "Jetzt müssen wir abwarten, wie die Leser das Magazin annehmen", sagt Mielke.

Die Modestrecken können durchaus mit "Vogue" mithalten
Die Modestrecken können durchaus mit "Vogue" mithalten
Layout:
Optisch erinnert "Cover" an die Konkurrenz: Viele bunte Bilder, mehrseitige Beauty- und Modestrecken gepaart mit teils längeren Texten. Vor allem im Bereich Fashion zeigt das Magazin Stärke, die Bilder könnten auch in "Vogue" oder anderen Highend-Titeln zu sehen sein.

Inhalte: Unterteilt ist "Cover" in die Bereiche "Inspiration", "People", "Report", "Beauty", "Mode", "Lifestyle" und "Agenda". Damit erfindet das Magazin die Frauenzeitschrift freilich nicht neu. Die Themenmischung aus "hochklassiger Mode" und "tiefgehenden Reportagen über interessante Menschen und Celebrities" ist laut Mielke jedoch "bislang einzigartig auf dem deutschen Markt". Tatsächlich sind in "Cover" mehr Reportagen zu finden als bei der Konkurrenz. Diese gut geschriebenen Geschichten, teils mit Promi-Schwerpunkt, teils über ganz normale Frauen, könnten zum Alleinstellungsmerkmal des Magazins werden.
Auch mehrseitige Reportagen finden Platz in "Cover"
Auch mehrseitige Reportagen finden Platz in "Cover"


Fazit: Das Problem von "Cover" ist die Zielgruppe, die das Magazin anstrebt: Sie wird bereits von mehreren Verlagen beackert - das Heft konkurriert unter anderem mit "Cosmopolitan" und "Glamour". Ob das Burda-Blatt noch Platz in einem Markt finden kann, der sich durch Stagnation der Auflagenzahlen auszeichnet, ist fraglich. Trotz des Zusatzes "powered by Bunte" ist "Cover" übrigens nicht als Line Extension zu sehen, wie Mielke betont. Allerdings könnte allein der Hinweis auf das erfolgreiche People-Blatt als Sprungbrett für den neuen Titel reichen – und "Cover" das kleine bisschen mehr Aufmerksamkeit verschaffen, das für einen wirklichen Erfolg am Kiosk nötig sein wird. sw
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