Burda musste Zentrale wegen "Super"-Flop verkaufen

Mittwoch, 07. November 2012
"Ein Trommelfeuer über Wochen und Monate": Verleger Hubert Burda
"Ein Trommelfeuer über Wochen und Monate": Verleger Hubert Burda


Vor den VDZ Zeitschriftentagen am morgigen Donnerstag und Freitag in Berlin, plaudert Verbandspräsident Hubert Burda in der "Zeit", aus dem Nähkästchen. 1992 geriet der Verleger durch das Scheitern seiner ostdeutschen Boulevardzeitung "Super!" so in Geldnot, dass er die Konzernzentrale in München verkaufen musste, berichtet die "Zeit" vorab. "Es war bitter, als ich zurückweichen und ,Super!' einstellen musste. Meine Frau Maria [Furtwängler] kann ihnen das bestätigen. Es war ein Trommelfeuer über Wochen und Monate", erzählt er der Hamburger Zeitung. Die Hypo-Bank habe ihm einen 60-Millionen-Kredit gekündigt. Das Verlagshaus im Münchner Arabella-Park habe er daraufhin verkaufen müssen. 

Burda hatte nach der Wende versucht, gemeinsam mit Medienmogul Rupert Murdoch Axel Springers "Bild" anzugreifen. Das Projekt scheiterte jedoch an mangelnden finanziellen Ressourcen. Einige Jahre später konnte Burda das Haus zurückerwerben - mit den Gewinnen des Wochenmagazins "Focus".

"Der ,Focus' ist bis heute lukrativ. ,Focus' hat dann das Geld für meine Aktivitäten im Internet geliefert", so Burda. Unter dem Vorstandsvorsitzenden Paul-Bernhard Kallen hat Burda in den vergangenen Jahren stark in Internetaktivitäten, auch abseits des klassischen Verlagsgeschäfts investiert, unter anderem in Zooplus, einem klaren Umsatztreiber. Der Verlag macht noch 25 bis 30 Prozent des Umsatzes mit Print, der Rest kommt asu dem Digitalen. Vergangene Woche erst hat Burda die Plattform Xing gekauft. pap
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