Burda, WAZ und MZV fusionieren Vertrieb / Ein Viertel Stellenabbau bei Burda

Montag, 30. November 2009
Burda will sich "gleichrangig" zur WAZ-Gruppe an MZV beteiligen
Burda will sich "gleichrangig" zur WAZ-Gruppe an MZV beteiligen

Jetzt ist es soweit: Die Vertriebstöchter der Großverlage Hubert Burda Media und WAZ- Mediengruppe sowie der Vertriebsdienstleister MZV (Moderner Zeitschriften Vertrieb) - der bisher wiederum zu zwei Dritteln der WAZ gehört - schließen sich zusammen. Entsprechende Pläne waren bereits im September bekannt geworden; beim Bundeskartellamt ist die Fusion bereits angemeldet. Nun geben die Unternehmen ihre Pläne bekannt, jedenfalls ein bisschen. Danach soll die strategische Allianz vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung zum 1. Januar 2010 greifen. Burda will sich „gleichrangig" zur WAZ-Gruppe an MZV beteiligen. Näheres gibt Burda nicht bekannt; die WAZ-Gruppe reagiert auf Anfrage nicht. Man darf aber vermuten, dass Burda und WAZ jeweils zwischen 35 und 40 Prozent an MZV halten werden, und der MZV-Gründer und geschäftsführende Gesellschafter Michael Imhoff, der das Gemeinschaftsunternehmen weiter leiten soll, die übrigen Anteile. Für Burda bedeutet das alles: Die Burda Medien Vertrieb GmbH mit ihren 48 Mitarbeitern wird aufgelöst. Und da bei MVZ nur 30 neue Arbeitsplätze entstehen, die „vorrangig" durch Burda-Vertriebsmitarbeiter besetzt werden sollen und es für voraussichtlich nur fünf Mitarbeiter neue Posten anderswo bei Burda gibt, fallen etwa 13 Arbeitsplätze weg - das sind über ein Viertel von Burdas Vertriebsstellen. Tobias Mai, 45, bisher Geschäftsführer des Burda Medien Vertriebs, bleibt für den Vertrieb zuständiger Geschäftsführer bei Hubert Burda Media und berichtet direkt an Verlagsvorstand Philipp Welte.

Durch den Deal entsteht ein Pressevertrieb mit einem Marktumsatz von über 500 Millionen Euro und einem Marktanteil in Deutschland von 20 Prozent - und rangiert damit nach Axel Springer, aber nun vor der Bauer Media Group auf Platz 2 im deutschen Pressevertriebsmarkt. MZV erzielt derzeit mit Titeln der WAZ-Mediengruppe und im Mandantengeschäft einen Umsatz von etwa 250 Millionen Euro, Burda kommt auf vergleichbare Umsätze. Neben der Kostenersparnis durch Synergienutzung stärkt das Trio seine Position bei den Verhandlungen um Konditionen mit den Grossisten: „Ein strategisches Ziel ist es, den Verlagen, die bisher schon mit guten Roherlösen und hohen Copypreisen auch zum Bestand des deutschen Grossos beigetragen haben, in Zukunft mehr Gewicht zu verleihen", sagt MZV-Gesellschafter Michael Imhoff. rp
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