Burda: Umsatz sinkt um 9 Prozent / Gründung von Burda Digital

Donnerstag, 24. Juni 2010
Paul-Bernhard Kallen rechnet für 2010 mit einem Umsatzanstieg
Paul-Bernhard Kallen rechnet für 2010 mit einem Umsatzanstieg

Hubert Burda Media wurde im vergangenen Geschäftsjahr hart von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. So ist 2009 der Umsatz um 9,3 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro gesunken, teilt der Konzern mit. Als Hauptursachen nennt das Medienhaus das rückläufige nationale Anzeigengeschäft, die Portfolio-Bereinigung (unter anderem "Amica", "Tomorrow") sowie die Wechselkurse in Osteuropa. Rückgänge verbucht Burda in vier von fünf Geschäftsfeldern. Wie das "Manager Magazin" berichtet, hat der Geschäftsbereich Verlage Inland im vergangenen Jahr nur noch rund 606 Millionen Euro umgesetzt, was einem Einnahmeverlust von 80,8 Millionen Euro entspreche. Die höchsten prozentualen Einbrüche habe das Unternehmen in den Sparten Ausland und Druck mit einem Minus von jeweils 18 Prozent zu verzeichnen. Zulegen konnte laut dem "Manager Magazin" nur die Digitalsparte, deren Umsatz um 11,6 Prozent auf 379 Millionen Euro gewachsen ist.

Dennoch haben laut dem neuen Vorstandsvorsitzenden Paul-Bernhard Kallen alle Bereiche des Unternehmens mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. "Da wir bereits Mitte 2008 auf die klar erkennbare Wirtschaftskrise reagiert und unsere Kostenstrukturen angepasst haben, konnten wir trotz rückläufiger Umsätze im Jahr 2008 eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielen und das drittgrößte Investitionsvolumen der Konzerngeschichte umsetzen", führt der Manager aus. Konkrete Angaben zum Gewinn macht Burda nicht. Das "Manager Magazin" beziffert die Umsatzrendite jedoch auf rund 10 Prozent

2009 hat Burda insgesamt 211,8 Millionen Euro investiert. Größtes Einzel-Investment war Ende des Jahres die Beteiligung an der Business-Community Xing mit rund 50 Millionen Euro. Ob der 29-prozentige Anteil aufgestockt werden soll, schließt Kallen gegenüber dem "Manager Magazin" nicht aus. "Es ist ein schönes Investment. Es passt gut zu uns. Wir gucken uns das in Ruhe an."

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Kallen mit einem Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent. Vor allem im Ausland und Digitalbereich soll das Geschäft stärker angekurbelt werden. Mit Wirkung zum 1. Juli wird das digitale Portfolio mit dem Schwerpunkt B-to-C unter dem Dach der neuen Holding Burda Digital gebündelt, deren Geschäftsführung Kallen und Beteiligungsmanager Jörg Lübcke übernehmen. Kallen: "Wir wollen mit Burda Digital weiter wachsen und neue B2C-Geschäftsfelder, auch durch Zukäufe, integrieren." Die Holding gliedert sich in sechs Säulen: Burda Consumertech Group (Print- und Online-Marken der "Chip"-Familie sowie die Online-Shops Cyberport und Computeruniverse), Tomorrow Focus (Internet-Medienkonzern), DLD (Digitalkonferenz, Glam Media), Burda Digital Entertainment (Online-Gaming, Mobile), Burda Digital Ventures (bündelt 14 Beteiligungsunternehmen) und Xing.

Im Rahmen seines Geschäftsberichts gibt Burda auch eine personelle Veränderung bekannt. Holger Eckstein wird mit Wirkung zum 1. Juli 2010 Finanzvorstand. Der Geschäftsführer der Burda Services und bisherige stellvertretende Finanzchef übernimmt damit bereits ein Jahr früher als geplant eigenständig den Finanzbereich des neuen Vorstandsvorsitzenden Kallen. bn
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