Burda: Aus für Tomorrow und Young

Mittwoch, 11. Februar 2009
Trimmt Zeitschriftenportfolio auf Effizienz: Philipp Welte
Trimmt Zeitschriftenportfolio auf Effizienz: Philipp Welte
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Burda Philipp Welte Zeitschrift Offenburg Hamburg Berlin


Burda-Rückkehrer Philipp Welte räumt auf. Der seit Anfang Dezember als Vorstand Zeitschriften beim Münchner Medienhaus tätige Manager hat beschlossen, die beiden schwächelnden Zeitschriften "Tomorrow" und "Young" einzustellen. Grund sei die Wirtschaftskrise.  In einem Brief hat sich Welte an die Mitarbeiter gewandt und dort seine neue Strategie umrissen. Er stellt das "Change-Programm", das den Verlag fit für die Zukunft machen soll, unter das Motto "Concentrate. Integrate. Innovate". Das Konzept soll auch die Bereiche Vermarktung und Vertrieb umfassen. Die bislang in Offenburg produzierten Joint-Venture-Titel "Freizeit Aktuell", "Viel Spass" und "Freizeit Magazin" sollen künftig offenbar von dem Partner Verlagsgruppe Stegenwaller in Essen gemacht werden. 

Fallen dem Sparzwang zum Opfer: "Tomorrow"...
Fallen dem Sparzwang zum Opfer: "Tomorrow"...
Erster einschneidender Schritt des Programms ist die Einstellung der zwei Titel, die offenbar zu einer wirtschaftlichen Belastung für den Konzern geworden sind: Das monatlich erscheinende Internet- und Technikmagazin "Tomorrow" wird mit Ausgabe 3 (Mitte März) vom Markt genommen. Im Lesermarkt hat das Magazin zuletzt gekämpft, kam mit 56.105 verkauften Heften (IVW IV/2008) aber nicht mehr annähernd an frühere Auflagenhochs von über 300.000 verkauften Exemplaren heran. Burda hatte die Zeitschrift vor rund einem Jahr komplett von Vogel Burda übernommen. Damals hatte Burda den 50-Prozent-Anteil an der Vogel Burda Holding erworben. Um den Titel wieder auf Erfolg zu trimmen, war die Redaktion von Hamburg nach Berlin gezogen - offenbar ohne spürbare Verbesserung für das Heft. Jetzt wird es zu Personalabbau kommen.


...und "Young"
...und "Young"
Die in Offenburg produzierte Zeitschrift "Young" hat zuletzt noch 167.369 Exemplare verkauft (IVW IV/2008), das entspricht einem Rückgang von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Anteil der Bordexemplare war seit Jahren nach oben geschraubt worden. Der Pockettitel, der mit Ausgabe 4 (Mitte März) zum lezten Mal an den Kiosken liegt, erschien ebenfalls monatlich. 

Das schwierige Segment der jungen Frauenzeitschriften, das im vergangenen Quartal um rund 5 Prozent einbrach, forderte in diesem Jahr bereits ein erstes Opfer: Egmont Cultfish Media stellte seine Frauzeitschrift "Chica" ein. Das Monatsmagazin erschien im Januar 2009 zum letzten Mal. se
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