Bundesverband Presse-Grosso: Bauer stellt Systemessentials in Frage

Donnerstag, 06. November 2008
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Der Bundesverband Presse-Grosso bezieht Position im Streit um die Kündigungen zweier Grossisten durch die Bauer Verlagsgruppe. „Nach unserer Auffassung ist die Entwicklung in den norddeutschen Vertriebsräumen Elmshorn und Stade, in denen die Bauer Verlagsgruppe einen Parallel-Vertrieb aufbauen will, nicht zeitgemäß und stellt die Systemessentials in Frage", heißt es in einer Mitteilung. Vor rund zwei Wochen hatte die Bauer Verlagsgruppe zwei Grossisten gekündigt und durch die Tochtergesellschaft Pressevertrieb Nord (PVN) den Vertrieb in den Gebieten selbst übernommen.

Der Verband sichert den betroffenen Grossisten in Norddeutschland die volle Unterstützung zu mit dem Ziel, die „systemkonformen Verhältnisse wieder herzustellen". Gleichzeitig bemängelt sie, dass die Kündigungen zum 28. Februar 2009 ohne Angabe von Gründen ausgesprochen worden seien. Gegenüber HORIZONT begründet Heribert Bertram, Bereichsleiter Handel bei Bauer, die Kündigungen mit „enttäuschten Erwartungen." Im HORIZONT-Interview hatte Vertriebschefin Yvonne Bauer grundsätzliche Kritik am System geübt und unter anderem Forderungen nach umsatzgerechter Platzierung von Titeln und Regeln für den Marktaustritt schlecht verkäuflicher Magazine geäußert (HORIZONT 42/2008).

Das Grosso macht sich nun  für die Vollsortiments-Grossisten stark: Die gebietsbezogene Alleinauslieferung sei notwendig um die Aufgabe einer flächendeckenden und neutralen Presseversorgung im Einzelhandel logistisch und wirtschaftlich durch den Pressegroßhandel sicherstellen zu können. Das Prinzip „Alles aus einer Hand" müsse auch im Interesse des Einzelhandels erhalten bleiben.

Die Hintergründe des Streits lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 45/2008, die am heutigen Donnerstag, 6. November 2008, erscheint.
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