Bundesregierung will Aufträge online versteigern

Freitag, 28. September 2001

Die Bundesregierung will das Internet für die Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand nutzen. In diesem Zusammenhang prüft das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die Durchführung von inversen Auktionen im Internet, bei denen derjenige den Zuschlag erhält, der den Ausgangspreis am weitesten unterbietet. Nach einer Studie der Unternehmensberatung KPMG, die im Auftrag des Bundesministeriums durchgeführt wurde, eignen sich inverse Auktionen besonders für leicht zu spezifizierende Standardgüter, wie Computer. Beispiele aus den USA zeigten, dass über diese Methode deutliche Preisreduzierungen erreicht wurden. So konnte beim Einkauf von Computern eine Kosteneinsparung von rund 22 Prozent erzielt werden.

Schwierigste Hürde für die Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand über inverse Auktionen ist der Vertraulichkeitsgrundsatz. Durch die notwendige Offenlegung der Preise wird die erforderliche Vertraulichkeit nicht mehr gewährleistet. Die Bundesregierung will dennoch die inverse Auktion im Internet als Marktinstrument für die öffentliche Hand erproben. Das Bundesministerium für Wirtschaft prüft zurzeit, ob Änderungen im deutschen Vergaberecht sinnvoll und notwendig sind. Die höhere Markttransparenz der inversen Auktionen im Internet gegenüber den herkömmlichen Vergabeverfahren soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen erleichtern, am Wettbewerb um öffentliche Aufträge teilzunehmen.
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