Bundesliga im TV: Die Pläne der Sender

Montag, 08. Juli 2013
Moderiert künftig das neue Format "Sportschau vor 8": Moderator Matthias Opdenhövel
Moderiert künftig das neue Format "Sportschau vor 8": Moderator Matthias Opdenhövel

Wenn am 19. Juli die 2. Fußball-Bundesliga und drei Wochen später Liga 1 in die Saison 2013/14 starten, stehen auch die ARD, Sky und Sport 1 als wichtigste TV-Partner der DFL mit frisch verlängerten Verträgen bereit. Anders als teilweise im Internet und im Hörfunk hält die Deutsche Fußball Liga hier an den bewährten Partnern fest. Auch das ZDF bleibt mit der Erstverwertung der Samstagabend-Partie im Free-TV an Bord. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die drei Sender mit ihrer Berichterstattung dem Produkt Bundesliga und damit den Sponsoren und Werbekunden hohe und stabile Reichweiten verschafften. Am Beispiel "Sportschau" zeigen Auswertungen der Verbrauchs- und Medienanalyse (Vuma), dass männeraffine Produkte wie Bier, Heimwerkerbedarf und Automobile in diesem Programmumfeld offenbar besonders reüssieren.

"Unsere Stärke ist die Verlässlichkeit", sagt WDR-Sportchef Steffen Simon und bringt damit das Selbstbewusstsein des Quoten-Tankers "Sportschau" auf den Punkt, der kaum Anlass gibt, den Erfolgskurs zu korrigieren. Dennoch setzt auch Simon zum Feinschliff an, etwa bei der abendlichen 20-Minuten-Zusammenfassung der Erstliga-Sonntagsspiele, die nun zentral mit dem bekannten Moderatorenteam für sämtliche dritten Programme produziert wird. Ein neues Fußball-Schaufenster öffnet künftig freitags um 19.45 Uhr für 3,5 bis 5 Minuten. Statt "Wissen vor 8" wird dann "Sportschau vor 8" Appetit auf das Fußball-Wochenende machen - und gegebenenfalls den Ball europäischer Wettbewerbe von den Vortagen aufnehmen, auch hier mit Moderator Matthias Opdenhövel und Co.

Keinen Gewinn kann die ARD aus der künftigen Möglichkeit ziehen, die "Sportschau" im Simulcast auch online und mobil zu übertragen. Unter programmlichen Aspekten sei es jedoch eine große Hilfe, nun auf allen Plattformen präsent zu sein, so Sportchef Simon. Selbst wenn er dabei das künftige Bundesliga-Online-Angebot von "Bild" nicht als Konkurrenz sieht.

Martin Michel, Geschäftsführer Sky Media Network
Martin Michel, Geschäftsführer Sky Media Network
Auch für Sky spielen die Online-, Mobile- und IP-TV-Verbreitung künftig eine wichtigere Rolle, da sich der Sender 2012 im Bieterwettkampf gegen die Telekom durchgesetzt hat und auf allen Plattformen sein Live-Angebot zeigen kann. "Wir starten zur neuen Saison mit der Vermarktung unseres mobilen Services Sky Go - zunächst mit Pre-Rolls und schrittweise dann mit weiteren Mobile-Werbeformen, die wir derzeit entwicklen", sagt Martin Michel, Geschäftsführer Sky Media Network. Nach der Einigung mit der Telekom wird der Konzern ab Juli den Kunden seiner IP-TV-Plattform Entertain das Sky-Liga-Angebot zeigen und dessen Reichweite weiter steigern.

Da der Münchner Pay-TV-Sender seine Live-Berichterstattungsoptionen von Bundesliga-Fußball bereits ausschöpft, rundet er sein Angebot ab der kommenden Saison im Vor- und Nachfeld ab. So beginnt die Programmstrecke samstags nun ab 14 Uhr mit Vorberichten und läuft mit Nachberichten zum Abend-Livespiel bis 21 Uhr. Im Anschluss geht das Thema mit der Sendung "Samstag live" mit neuem Konzept bis Mitternacht in die Verlängerung. Im Mittelpunkt des Showkonzepts steht die Einbeziehung der Zuschauer per Telefon, Skype, Facebook und Twitter. Sky-Sportchef Burkhard Weber will damit die Fans stärker in das Programm einbeziehen. "Vor allem das positive Feedback nach ,Wembley Call-Inn' zum CL-Finale hat uns bestätigt, ein regelmäßiges interaktives Format anzubieten", sagt Weber. Auch bei den Werbeformaten tut sich was: So wird es zum Beispiel pro Spiel einen "Live-Frame" geben, eine zehnsekündige animierte Grafik in L-Form; außerdem "Live-Inserts", fünfsekündige Grafikeinblendungen im unteren Bildbereich; das "Topspiel der Woche" hat nun ein Titelpatronat mit diversen Sponsoreinbindungen.

Die Constantin-Medien-Tochter Sport 1 hat zuletzt insbesondere mit der überraschenden Ablösung von 90elf als Fußball-Radiosender im Internet für Schlagzeilen gesorgt. In seinem TV-Angebot zur Liga baut Sport 1 seine 2.-Liga-Berichterstattung mit "Hattrick pur" sonntags ab 9 Uhr weiter aus. Bereits in seine 20. Saison - mit der neuen Moderatorin Laura Wontorra - geht die Live-Übertragung des Montagabendspiels, das mit einer Reichweite von knapp einer Million Zuschauern zu den stärksten Formaten zählt. Damit liegt "Hattrick Live" auf Augenhöhe mit dem Talkformat "Volkswagen Doppelpass" am Sonntagvormittag, das ebenso wie der "Mobilat Fantalk" am Dienstagabend mit Prominenten, Experten und Journalisten den Spieltag analysiert. joz
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