Bundesliga-Rechte: Premiere geht leer aus

Mittwoch, 21. Dezember 2005
Rechte vergeben
Rechte vergeben

Schlechte Nachrichten für Premiere: Die DFL hat die Pay-TV-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga an die Unity Media-Tochter Arena gegeben. Die Samstagsspiele im Free-TV überträgt nach wie vor die ARD, sendet aber die "ARD Sportschau" samstags erst ab 18.30 Uhr. DSF hält weiterhin die exklusiven Erstverwertungsrechte an den Sonntagsspielen. Die Internetrechte gehen an die Deutsche Telekom. Das Freitagsspiel läuft künftig exklusiv im Pay-TV, die Sonntagsverwertung ab 22 Uhr im Free-TV. Die Entscheidung bedeutet eine schwere Schlappe für Premiere. Der Münchner Sender hatte sich sehr intensiv um die Pay-TV-Rechte und mehr Exklusivität bei Übertragung der Bundesliga bemüht. Insbesondere hat Premiere für spätere Anstoßzeiten und eine Verschiebung der Free-TV-Zusammenfassungen gekämpft. Die Vereine hatten davon einen Verlust der Sponsoring-Einnahmen befürchtet. Diese Bedenken hat die DFL offenbar bei Ihrer Entscheidung berücksichtigt.

Pro Saison bekommt die DFL 420 Millionen Euro für die Rechte. 1,26 Milliarden Euro sind insgesamt gezahlt worden. Händlern zufolge könnte Premiere durch den Verlust der Bundesliga-Übertragung bis zu einem Drittel seiner Abonnenten verlieren. Die Aktie des Pay-Senders ist heute um mehr als 40 Prozent gefallen. Den Zuschlag für die Auslandsrechte hat Betandwin sich gesichert. "Wir hätten gerne weiterhin mit Premiere zusammengearbeitet, aber das hätte bedeutet, dass es erst nach 22 Uhr Fußball im Free-TV gegeben hätte", sagt DFL-Präsident Werner Hackmann. Die Entscheidung sei insofern auch ein Dienst an den Fans: "Das Angebot von Premiere ist nur finanziell das bessere gewesen." Premiere hat bereits angekündigt, Angebot und Preise ab 1. August 2006 den veränderten Marktgegebenheiten anpassen zu wollen.ra

Meist gelesen
stats