Bundesliga-Rechte: ESPN überbietet Premiere

Dienstag, 25. November 2008
ESPN meint es ernst mit der Bundesliga
ESPN meint es ernst mit der Bundesliga

Der angeschlagene Pay-TV-Anbieter Premiere muss um die Rechte an der Fußball-Bundesliga bangen. Einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ zufolge hat der zum Disney-Konzern gehörenden Sportsender ESPN ein besseres Angebot vorgelegt als der Bezahlsender. Es wird erwartet, dass Premiere sein Angebot nun noch einmal nachbessert. Die Bundesliga-Rechte sind für den Bezahlsender von existenzieller Bedeutung. Der Pay-TV-Sender aus Unterföhring ist bislang Hauptfinancier der Bundesliga und bezahlt rund 205 Millionen Euro pro Spielzeit. Premiere steht finanziell derzeit unter Druck und verhandelt mit seinen Banken über die Kreditvereinbarungen. Die Nettoverschuldung ist durch hausgemachte Probleme zuletzt auf über 300 Millionen Euro nach oben geschnellt, kurzfristig fällige Kredite können offenbar nicht mehr bedient werden.

Premiere-Eigner Rupert Murdoch scheint nicht gewillt zu sein, kurzfristig Geld nachzuschießen. Nach dem Scheitern des Vermarktungsdeals mit der Kirch-Agentur Sirius – Kirch hatte der Liga 500 Millionen Euro pro Saison fest zugesagt – steht die DFL nun unter Zeitdruck. Die Rechte sollen noch im Verlauf dieser Woche vergeben werden. Das Interesse ist jedoch verhalten. Lediglich 19 von 37 Interessenten haben ein Angebot vorgelegt. Selbst Vertreter der DFL bezweifeln, ob die Liga angesichts der Finanz- und Medienkrise mehr als die bisher bezahlten 409 Millionen Euro pro Saison erzielen kann. dh
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