Bundesländer wollen ARD und ZDF reformieren

Dienstag, 11. November 2003

Um eine weitere Anhebung der Rundfunkgebühren zu vermeiden, wollen die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk grundlegend reformieren. Die Initiative zu einer Rundfunkstrukturreform fordert unter anderem, dass die Kulturkanäle 3 Sat und Arte vereint und die Zahl der Radiostationen von 61 auf 45 zurückgefahren werden. Die digitalen Zusatzprogramme Eins-Muxx, Eins-Festival, ZDF-Doku, ZDF-Info und der ZDF-Theaterkanal sollen gestrichen werden. Darüber hinaus sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio in den kommenden vier Jahren fünf Prozent der festen Planstellen abbauen.

Neue Programmangebote der öffentlich-rechtlichen Anstalten werden nach dem Willen der betreffenden Länder nur möglich sein, wenn dafür andere Programme eingestellt werden. Sponsoring soll - mit Ausnahme großer internationaler Sportereignisse - nur noch vor 20 Uhr erlaubt sein. Die Ausgaben für Marketing werden nicht mehr als ein Prozent des Etats ausmachen, für das Internet dürfen nur noch 0,75 Prozent des Etats aufgewandt werden. Außerdem soll die Sendezeit des Kinderkanal um zwei Stunden reduziert werden.

Die Länder Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen wollen die Rundfunkkommission der Länder mit dem Entwurf eines Staatsvertrags beauftragen, in dem die Forderungen der Initiative berücksichtigt werden. Außerdem fordern sie, die Höhe der Rundfunkgebühr neu zu berechnen. ra
Meist gelesen
stats