Bruttowerbeumsätze steigen im 1. Halbjahr 1999

Dienstag, 27. Juli 1999

Die Werbewirtschaft investierte im 1. Halbjahr 1999 rund 15,38 Milliarden Mark brutto in die klassischen Medien. Das Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum belegt, daß die gute Konjunktur im deutschen Werbemarkt weiter anhält. Nach den Zahlen der AC Nielsen Werbeforschung S+P steigerten die Printmedien ihren Anzeigenumsatz gegenüber dem Gesamtwerbemarkt leicht unterdurchschnittlich. Mit einem Plus von 5,2 Prozent erzielten sie einen Bruttowerbeumsatz von 7,45 Millliarden Mark. Das Plus ist vor allem auf die Tageszeitungen und Publikumszeitschriften zurückzuführen. Obwohl die Tageszeitungen keine zweistelligen Zuwachsraten mehr verbuchen, führen sie die Printmedien mit einem Bruttowerbeumsatz von 3,52 Milliarden Mark weiter an. Dicht gefolgt von den Publikumszeitschriften, die ihre Anzeigenumsätze noch einmal auf 3,49 Milliarden Mark steigerten. Ausgenommen vom positiven Trend sind derzeit nur die Fachzeitschriften. Wie bereits im 1. Quartal verbuchten sie rückläufige Anzeigenumsätze und nahmen im 1. Halbjahr 439 Millionen Mark brutto ein. Umsatzstärkste Publikumszeitschrift ist der "Spiegel". Inklusive des "Kultur-Spiegel" erzielte er 239,88 Millionen Mark brutto - ein Plus von 8,2 Prozent. Ihm folgen Burdas "Focus" mit 227,31 Millionen Mark (plus 9 Prozent) und Gruners "Stern", der inklusive "Stern-TV" 226,10 Millionen Mark brutto an Werbegeldern einnahm (plus 6,3 Prozent). Rang vier und fünf belegen "Bild am Sonnntag" (123,54 Millionen Mark) und "TV Spielfim" (119,54 Millionen Mark). Mit einem Zuwachs von 6,7 Prozent entwickelten sich die elektronischen Medien wie schon im ersten Quartal 1999 überdurchschnittlich zum Gesamtmarkt. Wie prognostiziert konnte der Hörfunk dabei prozentual am meisten zulegen. Er erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Plus von 14,1 Prozent und kam auf 903 Millionen Mark brutto. Höchst unterschiedlich zeigt sich der TV-Markt. Während die öffentlich-rechtlichen Sender erstmals seit dem Jahresabschluß 1997 wieder rückläufige Umsatzzahlen hinnehmen müssen (minus 3,8 Prozent), legten die Privatsender weiter auf 6,16 Milliarden Mark zu. Die ARD verlor 4,3 Prozent und kam auf 256 Millionen Mark brutto. Das ZDF büßte 3,3 Prozent ein und erreichte 215 Millionen Mark. Den höchsten Werbeumsatz unter den Privatsender verbucht weiterhin RTL, der 1,92 Milliarden Mark für Werbespots einnahm. Auf den Rängen zwei bis fünf folgen Sat 1 (1,50 Milliarden Mark), Pro Sieben (1,40 Milliarden Mark), RTL 2 (350 Millionen Mark) und Kabel 1 (337 Millionen Mark). Den höchsten prozentualen Zuwachs weist DSF mit 28,9 Prozent auf. Insgesamt nahmen die TV-Sender 6,63 Milliarden Mark brutto ein.
Meist gelesen
stats