Brutto-Werbeinvestitionen steigen um 5,7 Prozent

Donnerstag, 14. Oktober 2004

Die Wachstumsperiode hält an. In den ersten neun Monaten des Jahres sind die Brutto-Werbeinvestitionen in die klassischen Medien laut Nielsen Media Research um 680 Millionen Euro gewachsen - 5,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Die Entwicklung des Werbemarktes ist oberflächlich betrachtet konstant. Tatsächlich finden aber tiefgreifende Veränderungen statt", warnt allerdings Ludger Vornhusen, Geschäftsführer Nielsen Media Research.

Wachstumsträger sind vor allem Handelsunternehmen inklusive der stark beworbenen Internetauktionshäuser wie beispielsweise Ebay, die mehr als die Hälfte zum Wachstum beigesteuert haben. Die klassischen Markenartikler dagegen haben ihre Spendings kaum verändert. Inhaltlich setzen diese in der Kommunikation angesichts der anhaltenden Konsumflaute vermehrt auf Produktvorteile. Die reine Imagewerbung nimmt ab. "Die Aldisierung zwingt die Werbungtreibenden dazu, den konkreten Mehrwert ihrer Produkte zu beweisen", so Vornhusen.

Die Autobauer - nach dem Handel die wichtigste werbungtreibende Branche - haben ihre Spednings leicht um 1 Prozent verringert. Die Branche hat rund 40 Millionen Euro weniger für Imagewerbung ausgegeben, aber 60 Millionen Euro mehr in die Kommunikation neuer Modelle gesteckt. Die ehemaligen Sorgenkinder Telekommunikation und Banken, die ihre Etats im Zuge von Börsen- und Dotcom-Krise zum Teil zweistellig zusammengestrichen hatten, haben ihre Ausgaben weiter erhöht: Telekom & Co. investierten in den ersten neun Monaten rund 70 Millionen Euro mehr, Banken und Finanzdienstleister sogar rund 140 Millionen Euro mehr.

Zu den Profiteuren gehören vor allem die Tageszeitungen. Die Gattung verzeichnete von Januar bis September einen Anstieg um 11,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Nielsen misst jedoch nicht das flaue Rubrikengeschäft, unter dessen Abwanderung ins Internet die Tageszeitungen seit Jahren leiden. Auch TV legte zu - um rund 3,2 Prozent auf insgesamt 5,3 Milliarden Euro.

Die Publikumszeitschriften erwirtschafteten Anzeigenerlöse von rund 2,8 Milliarden Euro (+4,3 Prozent), Radio legte um 7 Prozent auf 698 Millionen Euro zu, Plakat legte um 3,7 Prozent auf rund 416 Millionen Euro zu. Fachzeitschriften stagnieren bei 310 Millionen Euro (-0,1 Prozent). pap
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