Britische Medienunternehmen: Reuters an Spitze / Zeitungen und TV-Sender verlieren

Montag, 14. Dezember 2009
Thomson Reuters führt vor WPP und Reed Elsevier
Thomson Reuters führt vor WPP und Reed Elsevier

Mit einem Umsatzwachstum 29,2 Prozent liegt Thomson Reuters im Ranking der 100 größten Medienkonzerne Großbritanniens an erster Stelle. Auf den Plätzen zwei und drei folgen WPP und Reed Elsevier. Grundlage der Rangliste, die von der Strategieberatung OC&C erstellt wurde, sind die Umsätze der britischen Medienunternehmen 2008. Durchschnittlich konnten die 100 größten Medienkonzerne ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent erreichen. Allerdings gab es signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Unternehmen. So verloren besonders Konzerne mit klassisch werbefinanzierten Geschäftsmodellen an Boden. Zeitungen, die traditionell stark vom Werbemarkt abhängig sind, sowie klassische Rundfunkanbieter waren von strukturellen Schwierigkeiten betroffen. Das Fernsehunternehmen ITV beispielsweise fiel aus der Top 10 auf Platz 11. Konzerne, die hingegen ihre Erlöse mit innovativen Produkten und Preismodellen verstärkt durch Endkunden und Nutzer erzielen, konnten sich am Markt behaupten. Besonders standfest zeigten sich Informationsdienste, Marktforscher, Pay-TV Sender sowie akademische und wissenschaftliche Verlage. „Während klassische Werbung als Umsatztreiber an Gewicht verliert, wird die direkte Monetarisierung von Inhalten für Wachstum immer wichtiger", erklärt Michael Rzesnitzek, Medien-Partner bei OC&C Deutschland.

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„Neun der zehn größten Medienunternehmen erwirtschaften ihre Umsätze zu signifikanten Teilen aus Quellen ohne Werbebezug, unter anderem Abonnements", so Andreas von Buchwaldt. Dies gibt auch die strategischen Herausforderungen für die Zukunft vor: „Die Unternehmen müssen frühzeitig in den Kundenwert investieren, ihre Produkte und Geschäftsmodelle an die neuen Marktbedingungen anpassen und Nutzern und Werbungtreibenden neue, intelligente Preis-Modelle bieten," erläutert von Buchwaldt. Er erwarte, dass in den kommenden fünf Jahren etwa zwei Drittel der Umsätze direkt mit Endverbraucher sowie Business-to-Business-Modellen generiert werden, Werbung hingegen werde nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. hor
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