"Brigitte" startet Ableger "Mom"

Montag, 30. Mai 2011
"Brigitte"-Chefredakteurin Huber sieht Potenzial für eine Mütter-Zeitschrift
"Brigitte"-Chefredakteurin Huber sieht Potenzial für eine Mütter-Zeitschrift

Auf den sich schnell ausweitenden Markt der Mütter-Magazine kommt ein weiterer Titel. Nachdem Gruner + Jahr Anfang April mit "Gala Kids" bereits eine stylische Zeitschrift für modebewusste Frauen gelauncht hat, darf nun die "Brigitte" nachziehen. Der G+J-Schwestertitel bringt unter der Ägide der beiden Chefredakteure Brigitte Huber und Andreas Lebert Ende September "Brigitte Mom" heraus, die sich explizit als Frauenmagazin versteht. ",Brigitte Mom' ist keine Elternzeitschrift, sondern eine Frauenzeitschrift für Mütter", beschreibt Huber die Positionierung der Line Extension im Gespräch mit HORIZONT. Das "Magazin mit guten Nerven", wie der Untertitel lautet, stellt die Bedürfnisse von berufstätigen Frauen in den Mittelpunkt, die schon Kinder haben oder mit dem Kinderwunsch schwanger gehen. "Es gibt eine neue Generation Frauen, die ein anderes Selbstverständnis hat. Die sprechen wir an", sagt Huber.

Entsprechend werden die Geschichten aus dem Blickwinkel der speziellen Zielgruppe geschrieben, die im Kern zwischen 30 und 40 Jahre alt ist. Die Ressorts sollen sich an dem klassischen Themenspektrum von Frauenzeitschriften orientieren, das Psychologie, Mode, Reise und Job umfasst. Wie genau die Rubrizierung aussehen wird, haben Lebert und Huber allerdings noch nicht entschieden.

Mit der spitzen Ausrichtung sieht Huber keine Probleme in der Abgrenzung zu anderen Titeln aus dem Hause G+J. ",Brigitte Mom' ist an manchen Stellen auch egoistisch - im Sinne der Leserin: Mein Ego, meine Persönlichkeit steht im Vordergrund, egal, auf welches Heftthema es sich bezieht", sagt sie. Neben "Gala Kids" bringt der Verlag auch "Eltern" heraus, das sich primär um Kinder und deren Erziehung und Versorgung dreht, sowie "Nido", das wiederum die Belange der Paare in den Mittelpunkt stellt.

Schwerer dürfte die Abgrenzung schon zu anderen Magazinen fallen, die in den vergangenen Monaten gestartet sind. Das Anfang des Jahres in Serie gegangene "Mum" aus dem Luna Media Verlag richtet sich vor allem an schwangere Frauen; daneben gibt der Verlag noch das Familien-Lifestylemagazin "Luna" heraus. Beide Titel dürften G+J auch im Anzeigenmarkt ärgern. Außerdem gibt es noch "Mamy's Place" aus dem Womens Ministry Verlag. Dahinter steckt Chefredakteurin Ilka Wirdemann, die zuvor "Mama's Life" für den Verlag Vikant Publishing gelauncht hatte. Nach einem Rechtstreit mit der WAZ-Gruppe, die wiederum den Titel "Mama" hält, hatte Vikant sein Heft zurückgezogen. Wirdemann macht nun alleine weiter.

"Brigitte"-Chefredakteur Lebert hatte "Mom"-Konzept schon 2001 getestet
"Brigitte"-Chefredakteur Lebert hatte "Mom"-Konzept schon 2001 getestet
Das Konzept für "Brigitte Mom" liegt dagegen schon eine ganze Weile in den Schubladen. 2001 hatte Lebert bereits eine Zeitschrift namens "Mom" gemeinsam mit Gruner + Jahr am Markt getestet. Der Markt sei damals jedoch noch nicht für den Titel reif gewesen, so Huber.

Nun scheint es genug Potenzial zu geben. Die Anbindung an "Brigitte", die mit Ablegern wie "Birgitte Woman" und "Brigitte Balance" in den vergangenen Jahren recht erfolgreich war, soll "Brigitte Mom" den Start erleichtern. Die Druckauflage beträgt 180.000 Exemplare. Zu den geplanten Verkäufen trifft Huber keine Aussagen. Das Magazin kostet 3,80 Euro und soll erstmal als One-Shot auf den Markt kommen. Die erste Ausgabe wird 156 Seiten Umfang haben. Der Verlag testet "Brigitte Mom" zudem parallel als Pocketausgabe für 2,80 Euro. pap
Meist gelesen
stats