„Bravo“-Chefredakteur Philipp Jessen setzt auf deutsche Stars / „Job Attacke“ geht weiter

Freitag, 08. Oktober 2010
Philipp Jessen
Philipp Jessen

Er ist der zehnte Chefredakteur in der nunmehr 54-jährigen Geschichte von Europas größtem Jugendmagazin „Bravo" - und zugleich der jüngste. Philipp Jessen übernahm den Posten im März im Alter von 32 Jahren. In HORIZONT gibt er sein erstes Interview und erklärt, wie er das Blatt verändert.  „Wir sind gerade in einer mittelmäßigen Starkonjunktur, es gibt keine Selbstläufer", so Jessen: „Wir nutzen die Zeit jetzt, um deutsche Stars aufzubauen und exklusiv zu begleiten", denn zu denen habe man schnellere Zugänge. Außerdem: „Wir haben stark an der Textqualität gearbeitet, sind journalistischer, aktueller und relevanter geworden." rp

Das komplette Interview lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 40/2010, die in dieser Woche erscheint.

Gegenüber HORIZONT.NET äußert sich Jessen noch zu zwei weiteren Themen:

Seit drei Jahren veranstalten Sie mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Berufsaktion „Job Attacke". Dafür gab es zuletzt widersprüchliche Kritik von zwei Seiten: Der Presserat hat vermeintliche Schleichwerbung in einem Artikel gerügt. Und der Bundesrechnungshof hat moniert, dass die BA zu wenig Einfluss auf die Aktion ausübe - gemessen an den angeblich fast 2,3 Millionen Euro, die man seit Beginn an Bauer überwiesen habe. Wie geht's weiter?

Philipp Jessen: Die „Job Attacke" geht natürlich weiter, denn sie ist eine ganz wichtige Aktion, die den Jugendlichen nachweisbar bei Berufswahl und Bewerbungen hilft. Diese Hefte werden am meisten nachbestellt. Im Übrigen hat der Presserat die öffentliche Rüge des Artikels, der vor meiner Zeit erschienen ist, zurückgenommen. Und die BA zahlt nicht für Berichterstattung, sondern beteiligt sich an den Kosten für die Organisation der bundesweiten Aktionstage.

Ihre Vermarktungskollegen von Bauer Media haben im vergangenen Jahr die Studie „Bravo Trend Monitor" präsentiert, wonach Jugendlichen gesellschaftliche Fragen wichtiger seien als die Themen Partnerschaft und Liebe. Entspricht das auch Ihrer Erfahrung?

Jessen: Gesellschaftliche Themen sind unseren Lesern sehr wichtig, das merken wir auch an der Resonanz auf unsere neue Serie über Jugendarmut in Deutschland. Wir planen hier weiter viele Serien und Aktionen. Deutschland besitzt eine sozial engagierte und empathische Jugend, wenn man sie richtig an diese Themen heranführt und konkrete Hilfsmöglichkeiten aufzeigt. Ob in diesem Alter aber etwas noch wichtiger ist als die erste Liebe, das wage ich dann doch zu bezweifeln.
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