"Brand Eins" rügt Darstellung des Presserats

Montag, 01. Oktober 2012
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Das Wirtschaftsmagazin "Brand Eins" hat sich mit seinem gegen den Strich gebürsteten Wirtschaftsjournalismus einen guten Ruf erarbeitet. Umso mehr überraschte die Mitteilung des Deutschen Presserates, man habe dem Magazin wegen der Vermischung von Werbung und Redaktion eine öffentliche Rüge erteilt. Nun wehrt sich "Brand Eins" gegen die Darstellung des Presserates. Die Sonderpublikation sei nicht von der Redaktion produziert worden, sondern von einer Corporate-Publishing-Tochter des Verlags. In der Mitteilung des Presserates hieß es: "Die Redaktion des Wirtschaftsmagazins hatte - im Auftrag des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie - eine Publikation geschrieben... ". Dies entspreche nicht den Tatsachen, betont der Verlag. Nicht die Redaktion habe das Magazin erstellt, sondern die Corporate Publishing-Tochter Brand Eins Wissen. Dies gehe sowohl aus dem Impressum des Magazins als auch aus einer Stellungnahme des Verlags gegenüber dem Presserat hervor, teilt der Verlag. Die Redaktion von "Brand Eins" war "zu keinem Zeitpunkt in die Arbeit an dieser Fremdproduktion involviert", betont der Verlag. Man werde daher gegen die "Falschmeldung des Presserates" juristisch vorgehen.

Ob die falsche Darstellung in der Pressemitteilung des Presserates - die auf der Website inzwischen entfernt wurde - an der Beurteilung der Publikation etwas ändert, scheint indes fraglich. Dass es sich bei dem Heft um eine Auftragsproduktion handelte, hatte auch der Presserat erwähnt. Der Verstoß gegen Ziffer 7 des Pressekodex (Trennung von Werbung und Redaktion) wurde vor allem mit der Anmutung des Magazins als unabhängige Publikation - der Untertitel lautete: "Ein Magazin über die Pharmaindustrie" - begründet. Das Heft war unter anderem als Beilage der regulären Ausgabe von "Brand Eins" verbreitet worden. Dies habe nach Ansicht des Presserats den Anschein einer Sonderausgabe erweckt, obwohl es sich um eine Auftragsproduktion handelte. dh
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