"Brachial zerstört": Steinbrücks anonyme Unterstützer nehmen Peerblog vom Netz

Freitag, 08. Februar 2013
So verkünden die Macher des Peerblog das Aus auf Twitter
So verkünden die Macher des Peerblog das Aus auf Twitter

Am vergangenen Samstag erst ging der "Peerblog" online, am gestrigen Abend - und damit nur fünf Tage nach dem Startschuss - war die anonym finanzierte Unterstützerinitiative für den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück schon wieder Geschichte. Als Grund werden auf Twitter diverse Hackerangriffe angegeben. Die Köpfe hinter dem Peerblog prüfen nun die Einleitung von strafrechtlichen Schritten gegen die Täter.
Steht vorerst ohne Blog da: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (Bild: SPD)
Steht vorerst ohne Blog da: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (Bild: SPD)
Der frühere "Focus"-Redakteur Karl-Heinz Steinkühler, der die fünfköpfige Redaktion des Peerblog leitete, schreibt auf seiner Website, dass "fortwährende Cyber-Attacken auf den Server der Website" von einer Hacker-Gruppe namens „T3AM M3DUSA“ zu dauerhaften Unterbrechungen geführt hätten. Da Peerblog.de als normale Website online gegangen sei und "Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau" für die Initiatoren nicht in Frage kämen, könnten die Inhalte nun jederzeit von Hackern gefälscht und manipuliert werden. "Wir bedauern, dass wir unter diesen Umständen den PeerBlog nicht fortführen können", schreibt Steinkühler. Damit sei "der politische Dialog über und für Peer Steinbrück auf dieser außerparteilichen Plattform brachial zerstört worden".

Der Peerblog hatte nach dem Start am vergangenen Wochenende mit erheblichem Gegenwind aus Netzgemeinde und Politik zu kämpfen. Kritisiert wurde vor allem der Umstand, dass die fünf Unternehmer, die das Portal laut Medienberichten mit einer sechsstelligen Summe unterstützen wollten, unter dem Deckmantel der Anonymität agierten. So rügten CDU, Grüne und Linke den Blog als intransparent. Dies war offenbar auch einer der Gründe für die Hackerangriffe. Laut Steinkühler waren die Attacken aus dem Netz mit Erpressungsversuchen verbunden. Diese zielten darauf ab, dass der Peerblog seine Geschäftsbeziehungen offenlegen sollte. Für Schlagzeilen sorgte auch eine Anfrage der Bundestagsverwaltung, die dem Verdacht einer verdeckten Parteienfinanzierung nachgehen wollte. mas
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