Boudgoust: Auch ARD muss sparen

Mittwoch, 18. November 2009
ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust
ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust

Um die erwarteten Gebührenausfälle zu kompensieren, wollen die ARD-Anstalten künftig enger zusammenarbeiten. Aufgrund der Wirtschaftskrise rechnet die ARD in der bis 2012 laufenden Gebührenperiode mit einem Ausfall von rund 200 Millionen Euro. Um nicht zu Lasten des Programms sparen zu müssen, setzt der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust auf mehr Kooperationen. "Nicht jeder produziert alles, aber alle profitieren", schreibt er im ARD-Jahrbuch. So einfach dürfte es jedoch nicht werden. Die neun einzelnen Rundfunkanstalten legen großen Wert auf ihre Unabhängigkeit, Absprachen zu treffen, fällt den jeweiligen Landesfürsten traditionell schwer. Boudgoust nennt als Beispiel die musikalischen Jubiläen von Chopin, Schumann und Mahler 2010. Diese werden zwar einen großen Raum in der Berichterstattung einnehmen. "Aber es wird nicht neun Dokumentationen von neun verschiedenen Autoren geben", so Boudgoust. Die Frage wird sein, welche Sender dann zum Zuge kommen.

Gemessen an dem, was die ARD insgesamt an Gebühren zur Verfügung hat, aber auch an dem, was die privaten Betreiber sparen müssen, ist das Einsparpotenzial der ARD jedoch gering. Insgesamt konnte die ARD 2008 auf Gebühren von rund 6,2 Milliarden Euro zurückgreifen. Zum Vergleich: Die größte private deutsche Gruppe Pro Sieben Sat 1 machte gerade mal einen Umsatz von 3,0 Milliarden Euro, die Nummer 2, die Mediengruppe RTL Deutschland kam auf rund 2,0 Milliarden Euro.

Gespart haben die beiden privaten Betreiber jedoch schon ordentlich: Pro Sieben Sat 1 kommt auf rund 200 Millionen Euro, die gesamte RTL Group rund 289 Millionen Euro. Davon dürfte ein großer Teil auf Deutschland entfallen. Die ARD müsste die Kosten im Schnitt dagegen pro Jahr nur um rund 50 Millionen Euro reduzieren. pap
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