Boost: Vodafone entschlüsselt Facebook-Netzwerk mit neuartiger App

Dienstag, 03. August 2010
Die Boost-App von Vodafone verrät Nutzern viel über ihr persönliches Facebook-Netzwerk
Die Boost-App von Vodafone verrät Nutzern viel über ihr persönliches Facebook-Netzwerk

Vodafone baut seine Präsenz im Social Web weiter aus. Am heutigen Dienstag schaltet die Düsseldorfer Telko-Marke eine neue Facebook-App frei. Mit Boost, so der Name der Anwendung, will das Unternehmen nichts geringeres als einen neuen technischen Standard setzen. "In Deutschland gibt es bislang keinen vergleichbaren Service. Mit Boost wollen wir die Marke Vodafone als Innovationsführer bei den Digital Natives positionieren", erklärt Florian Steps, Leiter der Abteilung Digital, gegenüber HORIZONT.NET. Die von Scholz & Friends Interactive in Berlin gemeinsam mit dem Social-Media-Team von Scholz & Friends Hamburg entwickelte App, die künftig in Form eines eigenen Reiters auf der Facebook-Fanpage von Vodafone zu finden ist, gibt Mitgliedern des Social Networks ein Tool an die Hand, mit dem sie ihr persönliches Netzwerk analysieren können. Nutzer des Dienstes können auf ihrer Boost-Startseite beispielsweise mit einem Kick herausfinden, wer aus ihrem Freundeskreis der aktivste Facebook-User ist, welcher Freund einem in der digitalen Welt am meisten ähnelt, welche Links, Postings und Videos der letzten 7 Tage am meisten angeklickt wurden und ob mehr Männer oder Frauen die eigenen Posts kommentieren. 

Setzt auf viralen Effekt: Vodafone-Marketer Florian Steps
Setzt auf viralen Effekt: Vodafone-Marketer Florian Steps
Um möglichst viele User zu ködern, hat sich Vodafone noch ein Lockmittel der besonderen Art einfallen lassen. So können sich Boost-Nutzer ihren persönlichen Netzwerkquotienten (NQ) anzeigen lassen. Dabei handelt es sich um einen komplexen Algorithmus, der nach dem Vorbild des Intelligenzquotienten (IQ) berechnet, welchen Grad der Vernetzung man als Mitglied der Facebook-Gemeinde inzwischen erreicht hat. Je nach Punktezahl wird das Mitglied dann als Rookie (0-80 Punkte), Talent (80-100 Punkte), Durchstarter (100-120 Punkte) oder Überflieger (ab 120 Punkte) klassifiziert.

Dass der Service die Datenschützer auf den Plan rufen könnte, fürchtet Vodafone nicht. "Wir verwenden nur Daten, die der Nutzer aktiv freigegeben hat", erklärt Vodafone-Manager Steps. Das Unternehmen verzichte zudem grundsätzlich darauf, Daten zu speichern. Auch der persönliche Netzwerkquotient ist reine Privatsache. Es sei denn, der Nutzer macht ihn selbst öffentlich, um seine Freunde herauszufordern. Genau darauf spekuliert Vodafone. Denn außer ein paar Engagement-Bannern auf Facebook, für die Vodafone einen mittleren fünfstelligen Betrag zahlt, ist keine Kampagne für die Boost-App geplant. "Wir setzen voll und ganz auf den viralen Effekt", sagt Steps.

Die Ziele sind dennoch ehrgeizig. Steps will die Zahl der Vodafone-Fans auf Facebook mittelfristig verdoppeln. Aktuell sind das knapp 20.000. Zahlen sind aber nicht alles: "Wichtiger als die reine Anzahl der Fans ist uns, dass sich die Facebook-Mitglieder aktiv mit der Marke Vodafone auseinandersetzen. Boost kann dabei wichtige Impulse setzen", glaubt Steps. mas
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