Börsenaufsicht nimmt Premiere unter die Lupe

Freitag, 10. Oktober 2008
Baut Rupert Murdoch seinen Einfluss bei Premiere aus?
Baut Rupert Murdoch seinen Einfluss bei Premiere aus?

Im Zuge der vor einer Woche gestarteten Talfahrt der Premiere-Aktie hat die Börsenaufsicht Bafin Ermittlungen aufgenommen. Die Aktie hatte massiv an Wert verloren, nachdem der neue CEO Mark Williams vergangenen Donnerstag die Abonnentenzahlen um fast ein Fünftel nach unten korrigiert und eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Die Bafin spricht Medienberichten zufolge von einer "routinemäßigen Analyse", die einige Wochen dauern kann. Am Donnerstagabend lag die zuvor abgestürzte Aktie um 17,7 Prozent im Plus und schloss bei 2,73 Euro. Damit bekommen Spekulationen neue Nahrung, wonach der bisherige Großinvestor Rupert Murdoch, dessen News Corp bereits 25,01 Prozent der Aktien hält, den günstigen Kurs für eine Aufstockung seiner Anteile nutzen könnte. Sollte sein Anteil die 30-Prozent-Marke überschreiten, muss er den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten, und zwar mindestens in Höhe des Durchschnittspreises der vergangenen drei Monate der Aktie. Vor der Gewinnwarnung notierte das Papier bei über 9 Euro.

Dresdner-Bank-Analyst Chris-Oliver Schickentanz geht davon aus, dass Murdoch die Gelegenheit nutzen wird, seinen Einfluss zu erhöhen und die Anteile innerhalb der nächsten Monate aufzustocken: "Ich gehe davon aus, dass News Corp. auf Zeit spielt. Mittelfristig will Murdoch die Kontrolle", sagte er gegenüber HORIZONT.NET.

Ähnlich die nun bekannt gewordene Einschätzung der Analysten von Sal. Oppenheim, die eine Kaufempfehlung ausgegeben haben. Laut Online-Börsenmagazin "4 Investors" resultiert die Kaufempfehlung aus der Annahme, dass die Murdoch-Gruppe ein Übernahmeangebot an die anderen Aktionäre unterbreiten wird. Zu rechnen sei damit zwischen Ende November und dem Frühjahr, weil dadurch der Angebotspreis aufgrund der Durchschnittspreise niedriger wird. pap

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