Bodo Hombach fordert stärkeren Schutz der Pressefreiheit in Europa

Montag, 10. Januar 2011
WAZ-Chef fordert Europarat zum Handeln auf
WAZ-Chef fordert Europarat zum Handeln auf

Bodo Hombach, Geschäftsführer der Essener WAZ Mediengruppe, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Europarat. Er "verschließt schon lange die Augen davor, dass die Lage der Medien gerade in Südosteuropa katastrophal ist", sagt der Manager gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Aufgrund der Repressalien gegenüber Medienhäusern habe sich der Verlag bereits aus Rumänien zurückgezogen; der Ausstieg aus Serbien ist geplant. Zudem besitzt die WAZ-Gruppe mehrere Zeitungen in Ungarn, wo jüngst ein Mediengesetz zur schärferen Kontrolle der Journalisten die Medienwächter alamiert hat. "Leider interessiert das offenbar weder den Europarat noch die OSZE", so Hombach weiter. Die WAZ-Gruppe habe den Europarat bereits vor eineinhalb Jahren über die Situation in diesen Ländern informiert. Doch statt zu handeln, hätten die Verantwortlichen ausweichend reagiert. "Auch die OSZE kümmert sich seit Jahren nicht mehr um diese Frage. Ich finde diesen Zustand deprimierend", kommentiert der WAZ-Chef die Lage. bn
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