Bodo Hombach: Bundesregierung soll Gratiszeitung der Post stoppen

Montag, 21. Juli 2008
Bodo Hombach will keinen Post-Deal
Bodo Hombach will keinen Post-Deal

Die WAZ Mediengruppe wird keine Gratiszeitung mit der Deutschen Post auf den Markt bringen. Dies sagte Bodo Hombach, Geschäftsführer des Essener Medienunternehmens, gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Indes forderte er Rückendeckung von der Bundesregierung. Sie solle ihren Einfluss als Hauptaktionär der Post nutzen, um deren Pläne für eine Gratiszeitung zu unterbinden. "Nach der Bananenrepublik-Posse um den Mindestlohn sollte die Bundesregierung ein für alle Mal klarstellen, dass sie einer solchen Staatszeitung ihre Zustimmung nicht geben wird", so Hombach.

Die Vehemenz, mit der er seine Position vertritt, überrascht jedoch. Schließlich hat die WAZ-Gruppe eine Logistikkooperation mit der Post. Beide arbeiten in der Zustellung von Werbesendungen zusammen.

Auch die Branchenverbände Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) haben deutlich Kritik an den Plänen der Post für Gratistitel geäußert. Während der VDZ gegen eine Kooperation der Post mit Verlagen nichts einzuwenden hat, fährt der BDZV einen harten Kurs. Es sei unerheblich, ob die Post ihre Pläne allein durchsetze oder Verlage als Dienstleister an ihrer Seite habe. "Letztendlich wird sich die Post doch als Verleger aufstellen", sagt BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff (HORIZONT 28/2008).
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