Bitkom: Zwei Drittel der Berufstätigen auch zwischen den Jahren erreichbar

Dienstag, 27. Dezember 2011
Frauen nehmen zwischen den Jahren häufig berufliche Anrufe entgegen
Frauen nehmen zwischen den Jahren häufig berufliche Anrufe entgegen

Die weihnachtlichen Feiertage und Urlaub zwischen den Jahren sind für die meisten Deutschen kein Grund, beruflich nicht erreichbar zu sein. Wie das Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des Branchenverbands Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermittelte, sind fast drei Viertel der Berufstätigen, die zwischen Weihnachten und Neujahr frei haben, dennoch durchgehend zu erreichen. Zwei Drittel (68 Prozent) der rund 1.000 Befragten sind per Telefon erreichbar, 43 Prozent per Mail. Erstaunlicherweise ist die kommunikativ äußerst aktive jüngere Generation mehr auf Freizeit bedacht als die Älteren: Rund die Hälfte der unter 30-Jährigen ist zwischen den Jahren für niemanden beruflich erreichbar, bei den über 30-Jährigen ist nur für ein Viertel der berufliche Einsatz ein absolutes No-Go.

Zwischen den Geschlechtern gibt es allenfalls graduelle Unterschiede, was die Einstellung zu permanenter Erreichbarkeit angeht. Drei Vierteln der weiblichen Belegschaft, die zwischen den Feiertagen beruflich erreichbar ist, stehen zwei Drittel männliche Berufstätige gegenüber. Frauen gehen dabei häufiger ans Telefon (71 gegenüber 62 Prozent), Männer setzen in der Regel eher auf E-Mails (46 gegenüber 40 Prozent).

"Zwar ist es prinzipiell ein gutes Zeichen, wenn sich so viele Beschäftigte stark mit ihren beruflichen Aufgaben identifizieren. Aber zumindest zum Jahresende sollte jeder auch einmal komplett abschalten", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Zuletzt hatte VW mit einer neuen Regelung für Aufsehen gesorgt, die Mitarbeiter vor ständiger Erreichbarkeit schützen soll: Der Autokonzern hat beschlossen, dass nach Dienstschluss auf den Blackberrys der tariflich Angestellten keine E-Mails mehr empfangen werden können. ire
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