Bitkom: Das Internet erobert die Fernsehgeräte

Donnerstag, 29. Juli 2010
Der Fernseher wird zur Multimedia-Zentrale
Der Fernseher wird zur Multimedia-Zentrale

Web-TV erobert die klassischen Fernsehgeräte: 36 Prozent aller neu verkauften Flachbildfernseher haben mittlerweile einen Internetanschluss, mit dem man sich Inhalte aus dem Web auch auf den Fernsehschirm holen kann. Fast jeder zweite Deutsche will seinen Fernseher mit dem Internet vernetzen.   Das geht aus einer Analyse des Branchenverbands Bitkom auf Grundlage von Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK Retail and Technology hervor. Dabei sind die sogenannten Hybrid-TV-Geräte erst seit dem Frühjahr 2009 auf dem Markt und mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 1060 Euro noch deutlich teurer als TV-Geräte ohne Internetanschluss, die im Schnitt rund 680 Euro kosten. Bislang sind in Deutschland 1,2 Millionen internetfähige TV-Geräte verkauft worden.

"Die Integration von Internet und TV ist einer der wichtigsten Trends in der Unterhaltungselektronik", sagt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. "Hybrid-TV ist der Senkrechtstarter im Technologiemarkt." Allein im Juni 2010 wurden 158.000 Flachbildfernseher mit integriertem Internet-Anschluss verkauft. Der entsprechende Umsatz betrug 167 Millionen Euro.

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte für die gemeinsam mit dem Bitkom erstellte Studie "Die Zukunft der Consumer Electronics" will fast jeder zweite Deutsche (46 Prozent) seinen Fernseher an das Internet anschließen. Vor allem bei den jungen Nutzern ist das Interesse an Hybrid-TV groß: Bei den Befragten von 14 bis 26 Jahren wollen 60 Prozent über den Fernseher auf das Internet zugreifen. Junge US-Amerikaner wünschen sich zu 74 Prozent das Internet-TV, junge Briten sogar zu 77 Prozent.

"Der Einzug des Internets auf den TV-Bildschirm wird mittel- und langfristig auch das Zuschauerverhalten verändern", folgert Bitkom-Vize Berg: "Mit einem hybriden TV-Gerät können Sendungen und Filme ohne PC-Kenntnisse einfach und gezielt aus dem Netz bezogen werden statt auf spezielle Sendungen im laufenden TV-Programm zu warten."

Die TV-Sender reagieren auf diese Entwicklung, indem sie mit ihren Inhalten auf alle neuen Verbreitungswege drängen. Zahlreiche TV-Formate sind mittlerweile auch über die Online-Portale der Sender abrufbar. Erst kürzlich hat die Mediengruppe RTL Deutschland eine App vorgestellt, mit der man TV-Programme auf dem iPhone nutzen kan. Pro Sieben Sat 1 ist an dem Video-Portal Maxdome beteiligt, RTL hat mit RTLNow ebenfalls ein eigenes Video-on-Demand-Angebot. dh
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