Billigheimer unter sich: Mobilcom liefert den Spott zu Facebooks Schaden

Freitag, 01. Juni 2012
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Im redaktionellen Teil sparte die "Bild"-Zeitung nicht mit Häme zum grandios verhunzten Börsengang von Facebook. Im Anzeigenteil des Blattes kommentiert Mobilcom Debitel den scheinbar unaufhaltsamen Sinkflug der neuen Aktie durch einen Vergleich mit dem eigenen Tarif: "Noch günstiger sind nur Facebook-Aktien". Der Mobilfunkanbieter weiß dabei zumindest die eigene Kampagnenlogik auf seiner Seite. Denn der von Grabarz & Partner entwickelte neue Auftritt positioniert das Unternehmen als große Community der Billig-Telefonierer. Weil man über 14 Millionen Mitglieder verfüge, könne man für sinkende Preise garantieren. Ähnlich lässt sich gerade bei Facebook beobachten. Allerdings haben dort die hohen Nutzerzahlen wohl in erster Linie für den Hype gesorgt, dem die Aktie jetzt nicht gerecht werden kann.

Das ironische Spiel mit den großen Ereignissen des Zeitgeschehens ist in der deutschen Werbung traditionell eine Domäne des Autoverleihers Sixt und seiner Agentur Jung von Matt.

Dass Grabarz & Partner im Fall Facebook die Pointe schneller parat hatte, war für Group Creative Director Timm Weber ein glücklicher Zufall: „Die Facebook-Aktien waren der größte finanzielle Flop der letzten Zeit. Wenn man über Angebotskommunikation nachdenkt, ist das einfach eine dankbare Vorlage gewesen." Aber auch die Kritik an Facebook nutzt letztlich als Contentfutter der kritisierten Aktiengesellschaft: Auf der Facebookseite von Grabarz & Partner sammelte die Anzeige in drei Stunden über 100 Likes ein. cam
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