Bild verzichtet auf Politiker-Homestories

Montag, 06. September 2004

Als Konsequenz aus dem "Caroline"-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wird die "Bild"-Zeitung eigenen Angaben zufolge vorerst auf "Homestories" über Politiker verzichten. Dem "Focus" sagte "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, dass es rechtlich unklar geworden sei, welche Art von Berichterstattung über Prominente, insbesondere Politiker, noch zulässig sei. Man wolle nun "jeden Anschein vermeiden, wir würden mit eingebauter Schere im Kopf nur noch Hofberichterstattung betreiben."

Im Juni hatte Prinzessin Caroline von Monaco nach einer Klage vom Gerichtshof Recht bekommen, dass Fotos, die sie im Privatleben zeigten, nicht veröffentlicht werden dürfen. In der vergangenen Woche hatten mehrere Chefredakteure deutscher Zeitungen und Zeitschriften an die Bundesregierung appelliert, gegen den Entscheid des Gerichtshofs Einspruch einzulegen, was diese jedoch ablehnte. Auf Berichte über das Privatleben von Prominenten, die nicht in der Politik aktiv sind, will "Bild" offenbar nicht verzichten. ra
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