"Bild" verstößt gegen einstweilige Verfügung im Fall Benaissa

Donnerstag, 16. April 2009
Bild.de-Bericht vom heutigen Donnerstag
Bild.de-Bericht vom heutigen Donnerstag

Die "Bild"-Zeitung widersetzt sich gegen das Verbot des Berliner Landgerichts, weiter über den Fall der "No Angels"-Sängerin Nadja Benaissa zu berichten. In der heutigen Ausgabe widmet sich das Boulevardblatt ausführlich dem Thema: "Muss Nadja 10 Jahre ins Gefängnis?", "Was machen die anderen No Angels?", lauten die Überschriften in der Zeitung - und auch Online wird der Fall aufgegriffen. Mit dem Verstoß gegen die einstweilige Verfügung riskiert "Bild" eine Strafe von bis zu 250.000 Euro. Doch "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann sieht sich eindeutig im Recht. Bereits gestern hat er in einer Stellungnahme von einem schweren Verstoß gegen die Pressefreiheit gesprochen. Heute titelt die Zeitung "Jetzt wird der Fall zum Justiz-Skandal". In dem Beitrag macht das Springer-Blatt mit Nachdruck deutlich, dass es weiter über den Fall berichten wird.

Dabei holt sich die "Bild"-Redaktion prominente Schützenhilfe. Tagesschau-Sprecher Marc Bator, Thomas Leif, Vorsitzender des Netzwerks Recherche, und RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel geben dem Blatt mit ihren Statements Rückendeckung. Auch CDU-Medienpolitiker Reinhard Grindel kommt zu Wort: "Wenn es Mitteilungen der Staatsanwaltschaft und eine öffentliche Festnahme eines Prominenten gibt, dann müssen die Medien geradezu darüber berichten."

Daher will der Verlag rechtliche Schritte gegen die einstweilige Verfügung einleiten. So hat ein Sprecher des Axel-Springer-Konzerns gegenüber HORIZONT.NET bestätigt, dass das Unternehmen Widerspruch einlegen will, da ein großes öffentliches Interesse an der Berichterstattung bestehe. bn
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