"Bild" reduziert regionale Berichterstattung und plant Büro in Brüssel

Donnerstag, 12. November 2009
In Mainz, Magdeburg, Chemnitz, Rostock, Mannheim und Berlin soll Personal abgebaut werden
In Mainz, Magdeburg, Chemnitz, Rostock, Mannheim und Berlin soll Personal abgebaut werden

Axel Springer stellt die regionale Berichterstattung seines Flaggschiffs "Bild" auf den Prüfstand: In Zukunft soll die bislang obligatorische regionale Seite im Blatt nur noch dann erscheinen, wenn es aus der jeweiligen Region genügend Nachrichten gibt, die auch bundesweit eine gewisse Bedeutung haben. Die bestätigt Unternehmenssprecher Tobias Fröhlich auf Anfrage von HORIZONT.NET. Ziel ist es, die Relevanz der regionalen Berichterstattung insgesamt zu steigern. Die Sportberichterstattung sei jedoch nicht betroffen.

Im Gegenzug will Chefredakteur Kai Diekmann den Fokus stärker auf die europäische Politik richten. Er plant daher, ein Büro in Brüssel zu errichten. Damit will er dem wachsenden Einfluss der EU auf die deutsche Politik Rechnung tragen.

Die Neuausrichtung der Lokalberichterstattung ist mit einem Personalabbau in den Redaktionen Mainz, Magdeburg, Chemnitz, Rostock, Mannheim und in geringem Umfang auch in Berlin verbunden. Derzeit werden Gespräche geführt, um sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter zu finden.

Wieviel durch die Maßnahme eingespart wird und wie viele Stellen gestrichen werden verrät Fröhlich nicht. Nur soviel: "Der Personalabbau geschieht mit Augenmaß." Bis Anfang 2010 sollen die Pläne umgesetzt sein.

Ob dieser Personalabbau im Regionalen durch den Aufbau des Büros in Brüssel kompensiert werden kann, ist unklar. Noch steht nicht fest, wann genau der neue Standort eröffnet wird und wie viele Personen dort beschäftigt werden. bn
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