"Bild" bestätigt Anruf von Wulff bei Diekmann

Montag, 02. Januar 2012
Die "Bild" bestätigt den Anruf des Bundespräsidenten bei Kai Diekmann
Die "Bild" bestätigt den Anruf des Bundespräsidenten bei Kai Diekmann
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Christian Wulff Kai Diekmann


Die "Bild"-Zeitung hat den Anruf von Bundespräsident Christian Wulff bei Chefredakteur Kai Diekmann am Montagnachmittag bestätigt. Wulff habe eine "längere Nachricht" auf der Handy-Mailbox von Diekmann hinterlassen. "Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zu dem Hauskredit und drohte unter anderem mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen BILD-Redakteur", stellt Bild.de in eigener Sache fest. Zwei Tage später habe sich Wulff dann erneut mit Diekmann in Verbindung gesetzt und sich für Ton und Inhalt seiner Äußerungen entschuldigt. Nach einer "breiten redaktionellen Debatte" habe man daher davon abgesehen, eigens über den Vorfall zu berichten.

Wulff wusste von der anstehenden Veröffentlichung über den umstrittenen Privatkredit eines befreundeten Unternehmerpaares: Die "Bild" hatte dem Bundespräsident eigenen Angaben zufolge "Gelegenheit zu einer ausführlichen Stellungnahme gegeben". Wulff hatte zunächst eine Stellungnahme abgegeben, diese aber kurz vor Redaktionsschluss wieder zurückgezogen. Offen bleibt indes nach wie vor, wie das fragliche Telefonat und der Inhalt an die Öffentlichkeit geraten sind. 

In einer Umfrage auf HORIZONT.NET zeigen die meisten Teilnehmer kein Verständnis für die versuchte Einflussnahme des Bundespräsidenten. 88 Prozent der Befragten sind der Meinung, Wulff hätte als erfahrener Politiker nicht versuchen dürfen, die Veröffentlichung zu verhindern. Nur 11 Prozent meinen, der Versuch sei zumindest "nachvollziehbar". dh
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