Bilanzdrücker: TV Total wird eingestellt

Donnerstag, 31. Mai 2001

Die Brainpool TV AG hat bei seinem Betriebsergebnis im 1. Quartal 2001 einen Verlust von 6,7 Millionen Mark eingefahren - im Vorjahresquartal kam das Kölner Medienunternehmen noch auf ein Plus von 3,6 Millionen Mark. Der Umsatz stieg hingegen um 22,7 Prozent auf 28,1 Millionen Mark (1. Quartal 2000: 22,9 Millionen Mark). Grund für den Rückgang des Ergebnisses sind nach Unternehmensangaben die hohen Aufwendungen für das im Januar 2001 gestartete Print-Geschäft. Vor allem wegen des Einbruchs im Werbemarkt habe die Programmzeitschrift "TV total" die Ergebniserwartungen nicht erfüllen können. Aus diesem Grund wird die Zeitschrift vom Markt genommen.

Auch die "vielversprechenden Gespräche" mit Großverlagen über den Verkauf des Print-Geschäfts habe aufgrund kartellrechtlicher Probleme nicht weiter verfolgt werden können. Damit konnte auch ein konkretes Kaufangebot eines Verlages nicht wahrgenommen werden. Entsprechende Voranfragen wurden dem Verlagshaus seitens der Kartellbehörde aufgrund seiner marktbeherrschenden Stellung bei Programmzeitschriften negativ beschieden. Die gesamte Ergebnisbelastung wird inklusive der Entwicklungs, Anlauf- und noch nicht genau bezifferbarer Abwicklungskosten rund 28 Millionen Mark betragen. Diese Verluste werden im Wesentlichen im 2. Quartal anfallen.

Alle anderen Geschäftsbereiche, so heißt es, haben sich im 1. Quartal im Rahmen der Planungen entwickelt. Die Umsätze mit Sendelizenzen, dem wichtigsten Geschäftsfeld, stiegen um 48 Prozent auf 20,8 Millionen Mark. Auch im TV-Geschäft sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg: Ende Juli geht die Sketch-Comedy-Show "Mircomania" mit Mirco Nontschew bei SAT 1 auf Sendung. Außerdem produziert Brainpool derzeit unter anderem neue Sketch-Comedyformate mit Anke Engelke und Hella von Sinnen. Über seine Mehrheitsbeteiligung am Köln Comedy Festival haben die Kölner zudem einen Dreijahresvertrag mit RTL über die Produktion der TV Gala "Der deutsche Comedy Preis" abgeschlossen. Mit dem Merchandising (Tonträger, Computer-Spiele, Print), erlöste Brainpool im 1. Quartal rund 6 Millionen Mark. Im weiteren Verlauf dieses Jahres 2001 rechnen die Kölner mit weiteren Impulsen durch die anstehenden Tonträger-Veröffentlichungen.

Das Internet-Geschäft konnte mit 0,7 Milionen Mark trotz eines schwierigen Marktumfelds auf Vorjahreshöhe gehalten werden. Der für das Gesamtjahr geplante Umsatz von 7,5 Millionen Mark ist bereits heute annähernd zur Hälfte durch Garantieverträge mit den Werbevermarktern abgesichert. Der Bereich Events steuerte im 1. Quartal 0,6 Millionen Mark zum Umsatz bei. Trotz der hohen einmaligen Belastungen rechnet Brainpool im Gesamtjahr 2001 sowohl auf operativer Ebene (EBIT) als auch beim Ergebnis pro Aktie mit einem ausgeglichenen Ergebnis und mit einer Steigerung des Vorjahresumsatzes (90 Millionen Mark) um 30 Prozent.
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