Bilanz: Sky kommt nicht richtig voran

Mittwoch, 12. Mai 2010
"Noch viel zu tun": Der neue Sky-Chef Brian Sullivan
"Noch viel zu tun": Der neue Sky-Chef Brian Sullivan

Das Sanierungsprogramm beim Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland stockt. Obwohl das bis 2007 unter Premiere firmierende Unternehmen 2009 rund 100 Millionen Euro ins Marketing investiert hat und in diesem Jahr erneut ein zweistelliges Millionenbudget für Werbung bereit steht, stagnieren die Abonnements und damit auch die Umsatzzahlen des hoch defizitären Bezahlkanals. Gerade mal auf 1000 Abonnenten beläuft sich der Nettozuwachs im 1. Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt zählt Sky damit 2,47 Millionen Abos, ebensoviele wie Ende 2009. Um wie geplant im 1. Quartal 2011 zumindest auf Monatsbasis schwarze Zahlen zu schreiben, sieht der Sanierungsplan jedoch mindestens 2,8 Millionen Abonnenten vor.

Der seit 1. April amtierende CEO Brian Sullivan hält trotz des schwachen 1. Quartals an den Zielen fest. "Das Pay-TV-Geschäft ist stark zyklisch", begründet er seine Haltung. Faktoren wie der Bundesliga-Start im Herbst, das Weihnachtsgeschäft und sogar, dass es im Winter früher dunkel wird, wirkten sich auf die Nachfrage nach Abonnements aus. "Kein Pay-TV-Geschäft auf der Welt läuft im 1. Quartal gut", sagte er vor Journalisten. 

Der Umsatz liegt im 1. Quartal 2010 mit rund 234,7 Millionen Euro im Vergleich zum 1. Quartal 2009 nahezu konstant (232,7 Millionen Euro). Der Periodenverlust ist jedoch von 80 auf 97 Millionen Euro gestiegen. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen beläuft sich auf minus 65,4 Millionen Euro und liegt damit ebenfalls deutlich über dem operativen Verlust im 1. Quartal 2009 von 29,8 Millionen Euro.

"In den vergangenen neun Monaten seit dem Start von Sky haben wir schon Einiges erreicht, aber es gibt noch Vieles zu tun", sagt Sullivan. "Ich bin positiv gestimmt, aber es ist eine Herausforderung." Er weiß, was ihn erwartet. Der Brite ist ein erfahrener Manager, der zuletzt als Managing Director für Rupert Murdoch den Pay-TV-Kanal BSkyB in Großbritannien erfolgreich gemacht hat. Seit vergangenem Jahr ist Murdoch über seine News Corp ebenfalls wichtigster Anteilseigner bei Sky Deutschland. "Das Geschäft hat hohes Potenzial erfolgreich zu sein. Wenn ich das nicht glauben würde, würde ich auch nicht meine Familie herholen", gibt sich Sullivan optimistisch, der den nur anderthalb Jahre amtierenden Australier Mark Williams abgelöst hat.

Sullivan setzt auf ein Bündel von Initiativen: "Langfristigen Erfolg haben wir nur mit zufriedenen Abonnenten. Wir wollen die beste Unterhaltung bieten, die man sich denken kann, wo und wann immer man einschaltet." Seit vergangener Woche ist Sky+ erhältlich. Der digitale Festplattenrekorder für hochauflösendes Fernsehen ist auf das Sky-Porgramm zugeschnitten und zunächst nur für Satelliten-Abonennten verfügbar. Die Kabelvariante soll dieses Jahr folgen.

Ebenfalls für den Sommer plant Sullivan Sky Multiroom - ein Paket, das den Kunden ermöglicht, Sky zu einem ermäßigten Preis in verschiedenen Räumen zu nutzen. Zudem starten im August drei weitere HD-Programme - Sky Sport HD2, Sky Cinema Hits HD und Sky Action HD. Damit bietet der Pay-TV-Anbieter insgesamt zehn Sender im hochauflösenden Übertragungsstandard. Ein elfter Kanal ist in Planung.  

Zudem will Sky mobile Services und Applikationen starten. Den Auftakt bildet eine iPad-App. Ziel all der Aktivitäten ist es auch, den Pro-Kopf-Umsatz der Abonnenten zu steigern. Der so genannte ARPU lag im 1. Quartal 2010 bei 28,85 Millionen Euro - bereits um 4 Euro höher als im Vorjahreszeitraum. pap
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